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Makro, inflace a sazby

Die Zinskurve und was sie vorhersagt

6 Min. LesezeitCompound

Das Wichtigste

Die Zinskurve (Yield Curve) stellt die Renditen von Staatsanleihen nach ihren Laufzeiten dar — von kurzfristig bis langfristig. Sie ist eines der meistbeachteten makroökonomischen Instrumente, weil sie die Markterwartungen über den künftigen Verlauf der Zinsen und der Wirtschaft widerspiegelt.

Normale vs. invertierte Kurve

Unter normalen Bedingungen sind langfristige Anleiherenditen höher. Investoren verlangen eine Prämie dafür, ihr Geld länger zu verleihen — sie sind größerer Unsicherheit ausgesetzt. Wenn kurzfristige Renditen langfristige übersteigen, spricht man von einer invertierten Zinskurve. Das signalisiert, dass der Markt künftige Zinssenkungen erwartet — meist als Reaktion auf eine wirtschaftliche Verlangsamung.

Warum Ökonomen sie beobachten

Historisch hat in den USA einer invertierten Zinskurve mit gewissem Verzug ein wirtschaftlicher Abschwung (Rezession) gefolgt. Es handelt sich also um einen sogenannten Frühindikator — keine Gewissheit, aber ein statistisch starkes Signal. Zentralbanken und Analysten verfolgen ihn als einen von vielen Eingaben für ihre Prognosen. Mehr zu Rezessionen im Artikel über Rezessionen.

Wichtig: In den letzten Jahrzehnten hat sich die Zinskurve auch ohne nachfolgende Rezession invertiert oder mit sehr langen Verzögerungen. Sie kann nicht als unfehlbare Prophezeiung gelesen werden.

Was man in der Praxis beobachtet

Wie Sie als Investor reagieren sollten

Eine invertierte Zinskurve ist kein Grund, Ihr Portfolio zu verkaufen. Markt-Timing auf Basis von Makrosignalen hat sich historisch nicht ausgezahlt — der durchschnittliche Investor, der aus Angst verkauft, verpasst einen Großteil der anschließenden Renditen. Ein diversifiziertes ETF-Portfolio mit regelmäßigem Investieren ist robuster als jede Makro-Timing-Strategie.

Häufige Fragen

Was ist die Zinskurve?

Ein Graph der Staatsanleiherenditen für verschiedene Laufzeiten. Normalerweise verläuft sie aufwärts — je länger die Laufzeit, desto höher die Rendite. Wenn sie sich umkehrt und kurzfristige Renditen langfristige übertreffen, spricht man von einer invertierten Kurve.

Was bedeutet eine invertierte Zinskurve?

Sie signalisiert, dass der Markt künftige Zinssenkungen erwartet, meist als Reaktion auf wirtschaftliche Verlangsamung. Historisch gingen in den USA Rezessionen ihr voraus, aber sie ist nicht unfehlbar und die Vorlaufzeit variiert.

Sollte ich Aktien bei einer invertierten Zinskurve verkaufen?

Nein. Makro-Timing auf Basis der Zinskurve ist statistisch nachteilig. Investoren, die beim Inversions-Signal verkauften, verpassten oft die Gewinne der anschließenden Erholung. Am Plan und regelmäßigem Investieren festhalten.

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