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Rezession: Wie man sie erkennt und als Investor darauf reagiert
Das Wichtigste
- Eine Rezession ist typischerweise als mindestens zwei aufeinanderfolgende Quartale mit BIP-Rückgang definiert.
- Aktien fallen meist vor der Rezession selbst, weil Märkte vorausschauend sind.
- Historisch gesehen hat jede Rezession geendet und die Märkte haben neue Hochs erreicht — das ist die Grundlage des langfristigen Investors.
- Das Portfolio während einer Rezession zu verkaufen ist einer der teuersten Fehler, die ein Investor machen kann.
- Regelmäßiges Investieren in der Rezession kauft Aktien mit Rabatt — das stärkt die langfristigen Ergebnisse.
Eine Rezession ist ein wirtschaftlicher Abschwung — technisch definiert als mindestens zwei aufeinanderfolgende Quartale mit negativem BIP-Wachstum. Für Investoren ist es eine emotional schwierige Zeit, da Portfolios fallen und die Medien pessimistische Schlagzeilen füllen.
Wie man eine Rezession erkennt
Man weiß es nie mit Sicherheit im Voraus — Wirtschaftsdaten kommen verzögert an und werden revidiert. Frühindikatoren umfassen: Rückgang der Industrieproduktion, steigende Arbeitslosigkeit, invertierte Zinskurve (siehe Zinskurve), sinkende Verbraucherstimmung und verschärfte Kreditkonditionen. Keiner davon ist allein unfehlbar.
Was mit Aktien passiert
Aktien sind typischerweise vorausschauend: Märkte beginnen Monate vor der offiziellen Bestätigung einer Rezession zu fallen und beginnen vor ihrem Ende zu steigen. Wer das „Ende der Rezession" als Kaufsignal abwartet, kauft oft, nachdem bereits ein Großteil der Erholung stattgefunden hat. Panikverkäufe sind eine statistisch verlierende Strategie.
Wie man sich in einer Rezession verhält
- Nicht verkaufen — ein realisierter Verlust ist ein echter Verlust; ein Buchverlust ist vorübergehend.
- Regelmäßiges Investieren fortsetzen (DCA) — jede Einzahlung in einem Abschwung kauft mehr Anteile für dasselbe Geld.
- Einen Notfallfonds in Bargeld oder liquiden Instrumenten halten, damit man beim Portfolio nicht für unerwartete Ausgaben zugreifen muss.
Rezession und Rentenplan
Für einen Investor mit einem Horizont von 20+ Jahren ist eine Rezession ein natürlicher Teil des Zyklus. Die eigentliche Gefahr entsteht, wenn man kurz vor der Rente steht und keine ausreichende Allokation in weniger volatilen Anlagen hat — deshalb verschiebt sich ein Portfolio schrittweise in Richtung Anleihen und Bargeld, wenn der Rententermin näher rückt.
Häufige Fragen
Wie ist eine Rezession definiert?
Die Standarddefinition sind mindestens zwei aufeinanderfolgende Quartale mit negativem BIP-Wachstum. In den USA erklärt das NBER Rezessionen formal auf Basis eines breiteren Satzes von Wirtschaftsindikatoren, nicht nur des BIP.
Soll ich Aktien vor einer Rezession verkaufen?
Statistisch gesehen funktioniert das nicht — Märkte sind vorausschauend und reagieren bevor die Rezession bestätigt ist. Wer in Panik verkauft, realisiert einen Verlust und verpasst oft auch die Erholung. Besser durchhalten und am Plan festhalten.
Wie beeinflusst eine Rezession meine Rente?
Es hängt vom Horizont ab. Mit 20+ Jahren bis zur Rente ist eine Rezession kein Problem — das Portfolio hat Zeit zur Erholung. Gefährlicher ist eine Rezession kurz vor Renteneintritt, wo das Sequence-of-Returns-Risiko eine Rolle spielt.