Investiční slovník
Sichere Entnahmerate: Was die 4%-Regel besagt und wo sie versagt
Das Wichtigste
- Die sichere Entnahmerate (SWR) ist der Prozentsatz des Portfolios, den Sie jährlich entnehmen, ohne es aufzubrauchen.
- Die 4%-Regel stammt aus einer Studie zum US-Markt über 30-jährige Horizonte.
- Für längere Horizonte (40+ Jahre) und globale Portfolios ist ein konservativeres Niveau von 3–3,5 % angemessen.
- Sequence-of-Returns-Risiko — schlechte Renditen gleich zu Beginn der Entnahmen — kann die Regel brechen.
- SWR ist ein Ausgangspunkt, kein Gesetz — regelmäßige Portfolioüberprüfungen sind unerlässlich.
Die sichere Entnahmerate (Safe Withdrawal Rate, SWR) ist der Prozentsatz des gesamten Portfoliowertes, den Sie jährlich entnehmen, ohne über einen bestimmten Horizont kein Geld mehr zu haben. Die bekannteste Zahl ist 4 % — aber hinter dieser Zahl stecken mehr Annahmen, als auf den ersten Blick ersichtlich ist.
Woher die 4%-Regel kommt
Im Jahr 1994 veröffentlichte Finanzberater William Bengen eine Analyse historischer US-Aktien- und Anleihenmarktdaten ab 1926. Er stellte fest, dass bei einer Entnahmerate von 4 % das Portfolio jede 30-Jahres-Periode überstand — auch die schlechtesten (die Große Depression, die Stagflation der 1970er Jahre). Daraus entstand die sogenannte Bengen-Regel. Die Trinity-Studie eines Forscherteams bestätigte und erweiterte die Ergebnisse später.
Wo die Regel versagt
Vier Prozent sind keine Garantie — sie sind eine historische Schätzung für spezifische Bedingungen:
- Längere Horizonte: FIRE-Pläne kalkulieren mit 40–50 Jahren an Entnahmen. Die historisch sichere Rate sinkt auf 3–3,5 %.
- Sequence-of-Returns-Risiko: Ein Markteinbruch direkt nach dem Rentenbeginn schadet dem Portfolio weit stärker als ein Einbruch in der Mitte der Rentenzeit. Mehr im Artikel Renditereihenfolge.
- Hohe Bewertungen: Sind Aktien beim Rentenbeginn teuer, fallen künftige Renditen tendenziell niedriger aus.
- Inflation: Die Regel setzt voraus, dass Sie Entnahmen an die Inflation anpassen. Beschleunigt sich die Inflation, sinkt der reale Wert der Entnahmen.
Wie man in der Praxis mit der SWR arbeitet
Die 4%-Regel ist ein ausgezeichneter Ausgangspunkt für die Planung — siehe Berechnung des Weges zur Rente. Ergänzen Sie sie in der Praxis durch dynamische Entnahmen: in guten Jahren etwas mehr, in schlechten etwas weniger. Das verbessert das langfristige Überleben des Portfolios erheblich. Einmal jährlich das Portfolio überprüfen und den Plan an die aktuelle Situation anpassen.
Häufige Fragen
Was ist die sichere Entnahmerate einfach erklärt?
Es ist der Prozentsatz Ihres Portfolios, den Sie jährlich entnehmen, ohne über Ihren geplanten Horizont kein Geld mehr zu haben. Bei einem Portfolio von 1 Million CZK und 4 % nehmen Sie jährlich 40.000 CZK. Die Zahl basiert auf historischen Daten — keine Garantie.
Gilt die 4%-Regel auch in Tschechien?
Die Studien nutzten den US-Markt. Ein global diversifiziertes Portfolio (z. B. ein Welt-ETF) entwickelt sich historisch ähnlich wie der US-Markt, aber Unterschiede bestehen. Um auf der sicheren Seite zu sein, rechnen Sie konservativer — 3–3,5 %, besonders bei längeren Horizonten.
Wie unterscheidet sich SWR von einer Entnahmerate?
Eine Entnahmerate ist schlicht, wie viel Sie nehmen — sie kann beliebig sein. Die sichere Entnahmerate ist ein historisch abgeleitetes Maximum, das das Portfolio mit ausreichender Wahrscheinlichkeit übersteht. Jeder wählt seine eigene Zahl; SWR zeigt, wo die historische Sicherheitsgrenze liegt.
Was soll ich tun, wenn der Markt gleich nach meinem Rentenbeginn einbricht?
Eine Bucket-Strategie oder reduzierte Entnahmen können den Schaden mindern. Experten empfehlen, 1–2 Jahre Ausgaben in Bar oder kurzfristigen Anleihen zu halten, damit Sie in einem Abschwung keine Aktien verkaufen müssen — siehe <a data-go="#/clanek/bucket-strategie-pro-vyplatu-v-duchodu">Bucket-Strategie</a>.