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Wie man das Portfoliorisiko misst: Standardabweichung, maximaler Drawdown und Sharpe Ratio

7 Min. LesezeitCompound

Das Wichtigste

Portfoliorisiko lässt sich in konkrete Zahlen übersetzen — die drei am häufigsten verwendeten Metriken sind die Standardabweichung der Renditen, der maximale Drawdown und die Sharpe Ratio. Jede sagt etwas anderes und alle haben blinde Flecken.

Standardabweichung: das grundlegende Volatilitätsmaß

Die Standardabweichung der Renditen sagt Ihnen, um wie viel die typische jährliche Rendite vom langfristigen Durchschnitt abweicht. Wenn ein Fonds eine durchschnittliche Rendite von 8 % und eine Standardabweichung von 15 % hat, bewegt sich die Rendite in einem „normalen" Jahr ungefähr zwischen -7 % und +23 %. Eine höhere Standardabweichung bedeutet eine größere Streuung der Ergebnisse — eine größere Chance auf einen erheblichen Gewinn und einen erheblichen Verlust. Siehe auch Volatilität vs. Risiko.

Maximaler Drawdown: der härteste Nerventest

Max Drawdown (MDD) ist der größte historische Rückgang eines Portfolios vom Hoch zum Tief. Wenn ein Portfolio einen Wert von 100 erreichte, dann auf 60 fiel und sich dann erholte, beträgt der MDD 40 %. Es ist eine praktische Metrik: Sie sagt Ihnen, was Sie im schlimmsten Moment aushalten mussten, bevor sich das Portfolio erholte. Je länger die Erholung dauerte, desto psychologisch anspruchsvoller. Ermitteln Sie den MDD Ihres Fonds und fragen Sie sich: „Hätte ich das ohne Verkauf ausgehalten?"

Praktische Anwendung: Ermitteln Sie vor der Investition den historischen MDD des Fonds. Wenn diese Zahl sich psychologisch nicht aushaltbar anfühlt, wählen Sie eine konservativere Allokation.

Sharpe Ratio: die Effizienz der Rendite

Die Sharpe Ratio vergleicht die erzielte Rendite mit dem eingegangenen Risikomaß (Standardabweichung). Ein Fonds mit einer Rendite von 10 % und einer Standardabweichung von 20 % hat eine niedrigere Sharpe Ratio als ein Fonds mit einer Rendite von 8 % und einer Standardabweichung von 8 %. Sie sagt: „Für jede Risikoeinheit, wie viel Rendite habe ich erhalten?" Eine höhere Sharpe Ratio ist besser — aber Achtung: Die Metrik ignoriert Tail-Risiken (Extreme, die selten, aber vernichtend auftreten).

Die Grenzen historischer Metriken

Alle Metriken sind rückblickend — sie messen die Vergangenheit. Eine beispiellose Krise (globale Pandemie, geopolitischer Schock) taucht im historischen MDD im Voraus nicht auf. Deshalb kombinieren Anleger quantitative Metriken mit qualitativer Beurteilung: Was müsste eintreten, damit diese Investition dauerhaft an Wert verliert? Wie man tiefer über das Portfoliorisiko nachdenkt, erörtern wir in was ist Risiko und wie misst man es überhaupt. Für praktische Schritte bei der Überprüfung siehe halbjährliche Portfolioüberprüfung.

Häufige Fragen

Was ist Max Drawdown?

Max Drawdown ist der größte historische Rückgang eines Portfolios oder Fonds vom Hoch zum Tief. Er sagt Ihnen, was Sie im schlimmsten Moment aushalten mussten. Je höher die Zahl, desto stärkere Nerven brauchen Sie — oder desto konservativere Allokation.

Was ist die Sharpe Ratio?

Die Sharpe Ratio vergleicht die Rendite eines Fonds mit dem eingegangenen Risikomaß (Volatilität). Je höher, desto effizienter verdiente der Fonds je Risikoeinheit. Gut zum Vergleich von Fonds mit ähnlicher Strategie — nicht geeignet für den Vergleich über völlig unterschiedliche Anlageklassen hinweg.

Reicht eine Metrik zur Risikobewertung aus?

Nein. Die Standardabweichung beschreibt typische Schwankungen, MDD erfasst das Worst-Case-Szenario, die Sharpe Ratio bewertet die Effizienz. Zusammen geben sie ein besseres Bild — aber keine historische Metrik erfasst eine zukünftige Krise ohne Präzedenzfall.

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