Portfolio a alokace
Kern und Satelliten in der Praxis: Konkrete Portfolio-Beispiele
Das Wichtigste
- Der Kern bildet 70–90 % des Portfolios aus kostengünstigen Index-ETFs — die Grundlage von Rendite und Stabilität.
- Satelliten sind kleinere, gezielte Positionen, um spezifische Exposition oder Renditen über dem Index zu erzielen.
- Satelliten können Sektor-, Faktor-, geografische oder Dividenden-ETFs sein — aber immer mit einem klaren Grund.
- Je größer der Satellitenanteil, desto mehr hängen die Portfolio-Ergebnisse von richtigen Entscheidungen ab, und desto größer ist das Risiko, hinter dem Index zurückzubleiben.
- Für die meisten Anleger ist ein optimaler Kern von 80–90 % und Satelliten von maximal 10–20 % ideal.
Die Kern-Satelliten-Strategie ist ein Portfolio-Konstruktionsansatz, bei dem ein großer Teil — der Kern — aus passiven, kostengünstigen Index-ETFs besteht und ein kleinerer Teil — die Satelliten — auf spezifische Expositionen oder Chancen abzielt.
Warum Kern-Satelliten?
Ein rein passives Portfolio funktioniert hervorragend und schlägt die meisten aktiven Manager. Aber einige Anleger wünschen sich zusätzliche Exposition — mehr Dividendenaktien, einen Wertfaktor, eine bestimmte Region oder einen Sektor. Die Kern-Satelliten-Strategie macht dies möglich, ohne die Kernrendite zu gefährden. Eine tiefergehende Betrachtung der passiven vs. aktiven Wahl bietet dieser Überblick.
Kern-Zusammensetzung
Der Kern sollte mindestens 70 %, idealerweise 80–90 % des Gesamtportfolios ausmachen. Geeignete Optionen sind:
- Globaler Aktien-ETF — MSCI World oder All-World — die Grundlage der Aktienkomponente
- Anleihen-ETF — die Grundlage der defensiven Komponente
- Optional ein Schwellenländer-ETF als zweite Aktienkomponente
Satelliten-Beispiele
Satelliten machen 10–30 % des Portfolios aus und haben eine klare Investitionslogik:
- Dividenden-ETF — für Anleger, die regelmäßiges Einkommen suchen; mehr im Artikel über Dividendenaristokraten
- Value-ETF — Exposition gegenüber dem Wertfaktor über die Marktkapitalisierungsgewichtung hinaus
- Sektor-ETF — Gesundheitswesen, Energie, Technologie als gezielte Wette
- Gold-ETC — Versicherung und gering korrelierter Diversifikator
Was ist mit den Kosten?
Satelliten-ETFs haben typischerweise höhere TERs als breite Indexfonds. Deshalb ist es wichtig, die durchschnittlichen Kosten des gesamten Portfolios zu verfolgen, nicht nur des Kerns. Ein Sektor-ETF mit einem TER von 0,5–0,6 % ist als 10 %-Satellit akzeptabel, wäre aber als 50 % des Portfolios teuer. Einen vollständigen Überblick über sinnvolle Diversifikation bietet der Artikel Wie Sie richtig diversifizieren.
Häufige Fragen
Was ist der Kern einer Kern-Satelliten-Strategie?
Der Kern ist der Hauptteil des Portfolios — typischerweise 70–90 % — bestehend aus kostengünstigen, breiten Index-ETFs. Die Grundlage von Rendite und Diversifikation. Satelliten sind kleinere ergänzende Positionen mit gezielter Exposition.
Welche Satelliten ergeben Sinn?
Satelliten sollten eine klare Logik haben: Sie sollten Exposition bringen, die der Kern nicht einschließt — Dividenden, einen bestimmten Sektor, einen Wertfaktor oder eine geografische Region. Ein Satellit ohne klaren Grund ist nur ein unnötiger Kostenfaktor.
Wie viel Prozent sollte in Satelliten fließen?
Für die meisten passiven Anleger maximal 10–20 %. Je größer der Satellitenanteil, desto mehr hängen die Ergebnisse von richtigen Entscheidungen ab — und desto größer ist das Risiko, hinter dem Markt zurückzubleiben.