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So erstellen Sie eine persönliche Investitionsjahresbilanz: Schritt-für-Schritt-Checkliste
Das Wichtigste
- Die Jahresbilanz zeigt, wo Sie Ihren Plan erfüllt haben und wo Sie nachgesteuert werden sollten — bevor es zu spät ist.
- Vergleichen Sie die Performance mit einer Benchmark, nicht nur mit absoluten Renditen — das zeigt erst die Wahrheit.
- Überprüfen Sie die tatsächlichen Kosten Ihres Portfolios: TER der Fonds, Brokergebühren und versteckte Spreadkosten.
- Prüfen Sie Ihre Steuersituation: Erfüllen Sie die Voraussetzungen für den Zeithaltetest oder den Wertstest zur Steuerbefreiung?
- Jede gute Bilanz endet mit einem konkreten Plan für das nächste Jahr — sonst ist sie nur ein Rückspiegel.
Eine persönliche Investitionsbilanz ist ein systematischer Überblick darüber, was im Portfolio über das Jahr passiert ist, wo der Plan funktioniert hat und wo er im nächsten Jahr angepasst werden sollte. Sie müssen nicht auf einen Kontoauszug warten — eine Stunde, eine Tabelle und diese Checkliste reichen aus.
Schritt 1: Vergleich mit Plan und Benchmark
Schauen Sie zunächst, was Sie sich zu Jahresbeginn vorgenommen haben. Hatten Sie eine Zielallokation, eine Höhe regelmäßiger Einzahlungen oder einen konkreten Zeithorizont? Vergleichen Sie die Portfolio-Performance mit einer geeigneten Benchmark — ein globales Aktienportfolio sollte mit einem World-ETF-Index verglichen werden, nicht mit dem Sparzinssatz. Haben Sie die Benchmark übertroffen? Unterschritten? Warum?
Eine Einjahres-Zahl allein sagt wenig aus — verfolgen Sie lieber den gleitenden Durchschnitt über drei bis fünf Jahre. Einen genaueren Blick auf die Wahl der Benchmark bietet der Artikel zu aktivem vs. passivem Investieren.
Schritt 2: Einzahlungen und tatsächliche Kosten
Addieren Sie, wie viel Sie tatsächlich investiert haben. Überprüfen Sie dann:
- TER der Fonds — Verwaltungsgebühren werden automatisch von der Performance abgezogen, aber es ist wichtig, sie zu kennen
- Transaktionskosten — Brokergebühren für jeden Kauf und Verkauf
- Spread und Währungskonversionen — besonders bei weniger liquiden ETFs oder Käufen in Fremdwährung
Gesamtkosten unter 0,3 % pro Jahr sind bei einem passiven Portfolio ein realistisches Ziel.
Schritt 3: Steuersituation
In Tschechien gilt der Drei-Jahres-Haltedauer-Test für die Steuerbefreiung beim Verkauf von Wertpapieren. Seit 2025 gibt es auch den Werttest von 100.000 CZK jährlicher Veräußerungserlöse. Dividenden werden mit 15 % besteuert. Prüfen Sie, welche Positionen diesen Test bereits erfüllen oder bald erfüllen werden, und überlegen Sie, ob es strategisch sinnvoll ist, etwas noch vor Jahresende zu verkaufen. Details finden Sie im Artikel ETF-Besteuerung in Tschechien.
Schritt 4: Plan für das nächste Jahr
Eine Bilanz ohne Schlussfolgerung ist nur Buchhaltung. Beenden Sie sie mit Antworten auf vier Fragen:
- Ändert sich mein Anlagehorizont oder meine Risikobereitschaft?
- Stimmt die Allokation noch mit meinem Plan überein, oder ist ein Rebalancing nötig?
- Werde ich meine regelmäßigen Einzahlungen erhöhen oder reduzieren?
- Muss ich meine Fondsauswahl ändern oder den Broker wechseln?
Schreiben Sie Ihre Antworten auf — kommen Sie im nächsten Jahr darauf zurück und wiederholen Sie den gesamten Zyklus.
Häufige Fragen
Wie erkenne ich, ob mein Portfolio gut abgeschnitten hat?
Vergleichen Sie Ihre Rendite mit einer geeigneten Benchmark, beispielsweise einem globalen World-ETF-Index. Wenn ein passiver Fonds Ihre aktive Strategie übertroffen hat, ist das ein Signal zur Überprüfung. Eine positive absolute Rendite allein reicht nicht aus.
Was sollte ich bei der steuerlichen Jahresbilanz nicht vergessen?
Prüfen Sie, welche Verkäufe steuerpflichtig sind: In Tschechien sind Erlöse bis 100.000 CZK pro Jahr steuerfrei, ebenso Wertpapiere, die länger als drei Jahre gehalten wurden. Dividenden werden mit 15 % besteuert, unabhängig von der Haltedauer.
Wie ermittle ich die tatsächlichen Gesamtkosten meines Portfolios?
Addieren Sie TER der Fonds, Brokergebühren für Käufe und Verkäufe sowie geschätzte Spreadkosten. Ziehen Sie das Ergebnis von der Benchmark-Rendite ab — die Differenz ist Ihr tatsächlicher Preis des Investierens.