ETF v praxi
Wie man zwischen mehreren ETFs in der Praxis rebalanciert
Das Wichtigste
- Rebalancing stellt die Zielgewichte im Portfolio wieder her, nachdem verschiedene ETFs unterschiedlich gewachsen oder gefallen sind.
- Die günstigste Methode ist es, neue Einzahlungen in die untergewichtete Position zu lenken, statt die übergewichtete zu verkaufen.
- Ein Verkauf kann eine Steuerpflicht auslösen — in der Tschechischen Republik gilt eine dreijährige Haltefrist für die Einkommensteuerbefreiung.
- Zu häufiges Rebalancing ist teuer; einmal jährlich oder bei einer Abweichung von mehr als 5–10 Prozentpunkten ist ein vernünftiger Ansatz.
- Einige Robo-Advisor bieten automatisches Rebalancing an; andernfalls ist es eine manuelle Aufgabe.
Rebalancing ist der Prozess, die Zielallokation eines Portfolios wiederherzustellen, nachdem verschiedene ETFs aufgrund unterschiedlicher Wertentwicklung von ihren ursprünglichen Gewichten abgewichen sind. Ohne regelmäßige Korrektur kann sich ein Portfolio unbeabsichtigt in etwas ganz anderes verwandeln, als Sie geplant hatten.
Warum es zur Abweichung kommt
Betrachten Sie ein Portfolio mit 80% Aktien-ETF und 20% Anleihen-ETF. Wenn Aktien in einem Jahr stark steigen, kann ihr Anteil auf beispielsweise 88% steigen. Das Portfolio ist plötzlich riskanter als geplant — ohne jede bewusste Entscheidung Ihrerseits.
Wie man ohne Verkauf rebalanciert
Die klügste Rebalancing-Methode ist es, neues Geld in die untergewichtete Position zu lenken: Statt das überperformende ETF zu verkaufen, leiten Sie Ihren regelmäßigen Beitrag in den zurückgebliebenen Teil um. Das Ergebnis ist dasselbe — die Gewichte gleichen sich an — aber es entstehen keine Transaktionskosten oder Steuerpflicht.
Wann und wie oft rebalancieren
- Kalenderbasiert: einmal jährlich, immer im gleichen Monat — einfach und vorhersehbar
- Schwellenwertbasiert: wenn eine Position mehr als 5–10 Prozentpunkte vom Ziel abweicht
- Hybrid: Kombination beider Ansätze — bei der Jahresüberprüfung und auch bei großen Schwankungen
Zu häufiges Rebalancing erhöht Transaktionskosten und kann die Gesamtrendite reduzieren. Studien legen nahe, dass ein jährlicher Zyklus für die meisten Privatanleger optimal ist.
Rebalancing über mehrere ETFs
Wenn Sie drei oder vier ETFs halten — globale Aktien, Schwellenländer, Anleihen, vielleicht Rohstoffe — verfolgen Sie das Gesamtgewicht jeder Anlageklasse, nicht nur die Einzelfondsperformance. Eine einfache Tabelle in Excel oder Google Sheets macht das leicht. Wie man ein Portfolio von Grund auf aufbaut, lesen Sie im Leitfaden Wie Sie Ihr erstes Portfolio zusammenstellen.
Häufige Fragen
Was ist Portfolio-Rebalancing?
Rebalancing stellt die ursprünglich angestrebten Gewichte der Portfoliokomponenten wieder her. Nachdem ETFs unterschiedlich performen, ändern sich ihre Anteile — Rebalancing bringt sie zurück zur geplanten Allokation.
Wie rebalanciert man ohne Steuerpflicht?
Leiten Sie neue Einzahlungen in die untergewichtete Position, statt die übergewichtete zu verkaufen. Die Gewichte gleichen sich ohne Verkauf und ohne potenzielle Steuerbelastung an. Der Verkauf eines ETFs vor der 3-jährigen Haltefrist kann eine Steuerpflicht auslösen.
Wie oft sollte man rebalancieren?
Einmal jährlich oder bei einer Abweichung von mehr als 5–10 Prozentpunkten ist ein vernünftiger Ansatz. Zu häufiges Rebalancing erzeugt unnötige Kosten. Neue Einzahlungen in die untergewichtete Position zu lenken ist effizienter als häufige Verkäufe.