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Portfolio-Drift: Wie sich die Gewichtungen von selbst verschieben

5 Min. LesezeitCompound

Das Wichtigste

Portfolio-Drift ist die natürliche Abweichung der Vermögensgewichtungen von der Zielallokation, verursacht dadurch, dass verschiedene Anlageklassen unterschiedlich schnell wachsen. Es ist kein Fehler — aber es muss überwacht werden.

Wie Drift entsteht

Stellen Sie sich vor, Sie haben ein Portfolio eingestellt: 80 % Aktien, 20 % Anleihen. Aktien verdoppeln ihren Wert in den nächsten drei Jahren, Anleihen wachsen kaum. Plötzlich haben Sie 88 % Aktien und 12 % Anleihen — ohne irgendetwas getan zu haben. Das Portfolio trägt mehr Risiko als beabsichtigt.

Drift beschleunigt sich bei starken Markttrends. Ein Bullenmarkt bei Aktien produziert typischerweise einen raschen Drift in Richtung eines höheren Aktienanteils.

Wann Drift ein Problem ist

Kleiner Drift (unter 5 %) ist in der Regel vernachlässigbar — die Transaktionskosten der Korrektur würden den Nutzen überwiegen. Großer Drift (10 % und mehr) wird relevant, weil:

Faustregel: Prüfen Sie die Gewichtungen einmal pro Quartal. Korrigieren Sie bei einer Abweichung von 5–10 %. Sie brauchen kein tägliches Monitoring.

Wie man Drift verfolgt

Eine einfache Tabelle reicht: Zielgewicht, aktueller Wert jeder Komponente, aktuelles Gewicht, Abweichung. Die meisten modernen Broker zeigen die Portfolioaufschlüsselung direkt in ihrer App. Regelmäßige Einzahlungen, die in die zurückgebliebene Komponente umgeleitet werden, korrigieren den Drift auf natürliche Weise ohne Verkäufe — wie in Rebalancing ohne Steuern beschrieben.

Drift und langer Horizont

Ein Hinweis: Wenn Sie ein reiner Aktienanleger sind, ist Drift kein Thema für Sie — es gibt keine anderen Komponenten, deren Gewicht abweichen könnte. Drift betrifft vor allem Mehrkomponenten-Portfolios, die Aktien mit Anleihen, Bargeld oder Alternativen kombinieren. Mehr zum Aufbau eines solchen Portfolios im Leitfaden für das erste Portfolio.

Häufige Fragen

Was ist Portfolio-Drift?

Die natürliche Abweichung der Vermögensgewichtungen von der Zielallokation. Sie entsteht automatisch, weil verschiedene Anlagen unterschiedlich schnell wachsen. Das Ergebnis kann ein Portfolio sein, das mehr oder weniger Risiko trägt als beabsichtigt.

Wann sollte ich mich um Drift kümmern?

Bei einer Abweichung von etwa 5–10 % vom Zielgewicht. Kleinere Abweichungen sind vernachlässigbar — die Korrekturkosten würden den Nutzen überwiegen. Prüfen Sie Gewichtungen einmal pro Quartal oder jährlich, nicht täglich.

Wie korrigiert man Drift ohne Verkauf?

Leiten Sie regelmäßige Einzahlungen in die Komponente um, die unter ihr Zielgewicht gefallen ist. Die Abweichung schließt sich schrittweise ohne die Notwendigkeit zu verkaufen und Gebühren oder Steuern auf realisierte Gewinne zu zahlen.

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