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Dispositionseffekt: Warum wir Verluste halten und Gewinner verkaufen

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Das Wichtigste

Der Dispositionseffekt ist die Tendenz von Anlegern, Gewinneraktien zu früh zu verkaufen und umgekehrt Verlustpositionen zu lange zu halten — in der Hoffnung, dass sie auf den Einstandskurs zurückkehren. Beschrieben wurde er von Hersh Shefrin und Meir Statman im Jahr 1985, doch er wirkt bis heute bei der überwiegenden Mehrheit der Privatanleger.

Warum wir so handeln

Die Wurzeln liegen in der Prospect Theory von Kahneman und Tversky: Der Wert eines Gewinns und eines Verlustes ist nicht symmetrisch. Einen Gewinn zu realisieren, verschafft ein sofortiges gutes Gefühl. Einen Verlust zu realisieren, ist schmerzhaft — und deshalb vermeiden wir es. Stattdessen sagen wir uns: „Ich warte, bis es sich erholt." Doch der Markt kennt Ihren Einstandskurs nicht und interessiert sich nicht dafür.

Wie der Dispositionseffekt die Rendite schadet

Ein Anleger, der dem Dispositionseffekt folgt, verkauft systematisch die stärksten Positionen (wo das Wachstumspotenzial am größten ist) und hält die schwächsten (wo die Fundamentaldaten am schlechtesten sind). Das widerspricht direkt dem Sinn eines gut diversifizierten Portfolios, dessen Ziel es ist, die Allokation zu erhalten — nicht auf Buchgewinne oder -verluste zu reagieren.

Test für Sie: Sehen Sie sich Ihr Portfolio an. Wie hoch ist der durchschnittliche Gewinn bei Positionen, die Sie im vergangenen Jahr verkauft haben? Und wie hoch der durchschnittliche Gewinn oder Verlust bei denen, die Sie noch halten? Der Dispositionseffekt sieht genau so aus: Die verkauften Positionen haben den höheren Durchschnitt.

Wie man sich dagegen wehrt

Dispositionseffekt und passives Indexinvestieren

Dieser Effekt ist ein weiterer Grund, warum eine passive Indexstrategie den durchschnittlichen aktiven Anleger übertrifft. Ein Index verkauft und kauft automatisch auf Basis der Gewichtung — ohne Emotionen, ohne Einstandspreise als Anker.

Häufige Fragen

Was ist der Dispositionseffekt?

Die Tendenz, Gewinneraktien zu früh zu verkaufen und Verlustpositionen zu lange zu halten. Verursacht wird er durch die Asymmetrie der Emotionen: Einen Gewinn zu realisieren fühlt sich angenehm an, einen Verlust zu realisieren schmerzhaft.

Wie schadet der Dispositionseffekt der Rendite?

Der Anleger verkauft die stärksten Positionen und hält die schwächsten — genau das Gegenteil des optimalen Verhaltens. Dadurch wird das Portfolio systematisch seines Wachstumspotenzials beraubt und behält Vermögenswerte mit den schlechtesten Fundamentaldaten.

Wie überwindet man den Dispositionseffekt?

Bewerten Sie jede Position unabhängig vom Einstandskurs — fragen Sie sich, ob Sie sie heute kaufen würden. Legen Sie Rebalancing-Regeln fest und realisieren Sie bei passender Gelegenheit Verluste zur Steueroptimierung.

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