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Systematisches vs. unsystematisches Risiko: Was Sie nicht beeinflussen können — und was schon

6 Min. LesezeitCompound

Das Wichtigste

Jede Investition trägt zwei Risikokomponenten: systematisches Risiko, das den gesamten Markt betrifft und nicht wegdiversifiziert werden kann, sowie unsystematisches Risiko, das spezifisch für ein bestimmtes Unternehmen oder einen Sektor ist und durch Diversifikation erheblich gesenkt werden kann.

Systematisches Risiko: unvermeidbare Marktbewegungen

Systematisches Risiko (auch Marktrisiko) betrifft alle Vermögenswerte gleichzeitig. Eine globale Rezession, ein starker Zinsanstieg, eine geopolitische Krise oder eine Pandemie — diese Ereignisse ziehen Aktien in allen Ländern und Sektoren nach unten. Das Ausmaß, in dem ein bestimmtes Vermögenswert auf diese Bewegungen reagiert, beschreibt der Beta-Koeffizient: Beta 1,0 bedeutet, dass sich der Wert wie der Markt bewegt; Beta 1,5 bedeutet Bewegungen, die 50 % größer sind.

Unsystematisches Risiko: Was Diversifikation lösen kann

Unsystematisches Risiko ist einzigartig für ein bestimmtes Unternehmen oder eine Branche. Schlechte Geschäftsergebnisse, ein Managementskandal, eine Regulierungsstrafe oder technologische Rückständigkeit — diese Faktoren betreffen nur den betroffenen Titel. Wenn Ihr Portfolio 20 nicht miteinander verbundene Aktien enthält, beträgt die durchschnittliche Auswirkung eines einzelnen Ausfalls 5 %. Halten Sie nur eine Aktie, sind es 100 %. Deshalb eliminiert ein ETF automatisch den Großteil des unsystematischen Risikos.

Warum die Unterscheidung beider Komponenten wichtig ist

Wesentliche Erkenntnis: Für systematisches Risiko erhalten Sie eine Risikoprämie — das ist die Grundlage dafür, dass Aktien Anleihen langfristig übertreffen. Für unsystematisches Risiko erhalten Sie keine Prämie — diversifizieren Sie es kostenlos weg.

Wie man das im Portfolio anwendet

Ein global diversifiziertes ETF beseitigt automatisch das unsystematische Risiko und behält nur die systematische Exponierung gegenüber dem Weltmarkt. Ein richtiges Verständnis von Risiko hilft dann dabei, die Aufteilung zwischen Aktien, Anleihen und Bargeld so festzulegen, dass sie Ihrer persönlichen Toleranz gegenüber unvermeidlichen Marktschwankungen entspricht.

Häufige Fragen

Was ist systematisches Risiko?

Risiko, das den gesamten Markt betrifft — Rezessionen, Zinsschocks, geopolitische Krisen. Es lässt sich nicht wegdiversifizieren. Es wird durch den Beta-Koeffizienten gemessen, der angibt, wie stark sich ein Vermögenswert mit dem Markt bewegt.

Was ist unsystematisches Risiko?

Risiko, das spezifisch für ein bestimmtes Unternehmen oder einen Sektor ist — Managementversagen, Regulierung, technologische Rückständigkeit. Durch Diversifikation in viele nicht miteinander verbundene Titel kann es erheblich reduziert werden.

Warum gibt es keine Prämie für unsystematisches Risiko?

Weil es durch einfache Diversifikation kostenlos eliminiert werden kann. Der Markt vergütet nur Risiko, das nicht beseitigt werden kann — nämlich systematisches Risiko. Deshalb ergibt es Sinn, unsystematisches Risiko wegzudiversifizieren.

Welches Beta ist ideal?

Das hängt von der Risikobereitschaft ab. Beta unter 1,0 dämpft Schwankungen, über 1,0 verstärkt es sie. Globale Aktienindizes haben ein Beta nahe 1,0 — sie bewegen sich mit dem Markt, sind aber maximal diversifiziert.

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