Strategie
Strategien für volatile Märkte und tiefe Kurseinbrüche
Das Wichtigste
- Ein tiefer Kurseinbruch (Bärenmarkt) ist ein Rückgang von 20 % oder mehr vom letzten Höchststand — historisch kamen sie etwa alle 3–5 Jahre.
- Der größte Fehler bei einem Einbruch ist der Verkauf aus Angst, der einen Buchverlust in einen realen verwandelt.
- Eine Barreserve außerhalb des Anlageportfolios mildert den Druck, zum falschen Zeitpunkt zu verkaufen.
- Rebalancing bei einem Einbruch kauft automatisch unterbewertete Vermögenswerte und hält die Zielallokation aufrecht.
- Eine Strategie funktioniert nur, wenn Sie sie vor dem Einbruch einrichten, nicht während desselben.
Ein volatiler Markt und ein tiefer Kurseinbruch sind keine Ausnahmen — sie sind Teil des Investierens. Eine gute Strategie verhindert sie nicht, sondern bewältigt sie. Historisch kam ein Bärenmarkt (Rückgang von 20 %+) etwa alle 3–5 Jahre und dauerte durchschnittlich 9–14 Monate.
Was bei einem Einbruch falsch läuft
Das Gehirn interpretiert einen Portfoliorückgang als direkte Bedrohung und sendet das Signal: Tu etwas. Die häufigste Reaktion ist der Verkauf — wodurch ein Buchverlust zu einem realen wird und der Anleger kurz vor der Erholung aus dem Markt ausscheidet. Dieses Verhalten wird jährlich durch DALBAR-Studien dokumentiert und ist die Hauptursache für die Underperformance von Privatanlegern.
Wie man sich vor einem Einbruch vorbereitet
- Barreserve: 3–6 Monatsausgaben in einem liquiden Instrument außerhalb des Anlageportfolios. Ohne sie zwingt jede unerwartete Hausreparatur oder Jobverlust zum Verkauf von Aktien zu den schlechtesten Preisen.
- Richtige Allokation: Investieren Sie nur Geld, das Sie mindestens 5 Jahre nicht benötigen. Ein kurzfristiger Bedarf erzwingt Verkäufe.
- Psychologische Verankerung: Lesen Sie (oder schreiben Sie) Ihre eigenen „Anlageregeln" — warum Sie investieren und was Sie bei einem Einbruch zu tun planen. In einer Krise ist es gut, einen schriftlichen Leitfaden zu haben.
Was man bei einem Einbruch aktiv tun kann
Wenn Sie eine Barreserve haben und Ihr Portfolio nicht benötigen, ist ein Einbruch eine Chance, keine Bedrohung. Erwägen Sie:
- Rebalancing des Portfolios — Kauf von unterbewerteten Vermögenswerten beim Rückgang
- Natürliche Erhöhung der DCA-Beiträge, wenn der Cashflow es erlaubt
- Lesen der Grundlagen zu was zu tun ist, wenn der Markt fällt
Strategien für Einbrüche verbinden sich mit der allgemeinen Buy-and-Hold-Philosophie — ein vor dem Einbruch eingerichtetes System arbeitet für Sie, auch wenn die Emotionen das Gegenteil sagen.
Häufige Fragen
Was ist ein Bärenmarkt?
Ein Marktrückgang von 20 % oder mehr vom letzten Höchststand. Historisch kam er etwa alle 3–5 Jahre und dauerte durchschnittlich 9–14 Monate. Er ist ein natürlicher Teil des Marktzyklus, kein außergewöhnliches Ereignis.
Wie groß sollte die Barreserve beim Investieren sein?
Im Allgemeinen 3–6 Monatsausgaben in einem liquiden und sicheren Instrument außerhalb des Anlageportfolios. Diese Reserve stellt sicher, dass Sie in einer unerwarteten Situation nicht gezwungen sind, Aktien zu ungünstigen Preisen zu verkaufen.
Sollte ich bei einem Einbruch nachkaufen?
Wenn Sie eine Reserve haben, eine korrekt eingestellte Allokation und das Geld kurzfristig nicht benötigen, ist das Nachkaufen bei einem Einbruch sinnvoll. Aber setzen Sie niemals alles darauf, dass Sie den Marktboden kennen.
Wie überlebt man mental einen tiefen Kurseinbruch?
Schreiben Sie im Voraus Ihre eigenen Anlageregeln auf und warum Sie Ihre Strategie gewählt haben. In einer Krise ist es einfacher, einem schriftlichen Plan zu folgen, als unter dem Druck roter Zahlen von Grund auf neu zu entscheiden.