Strategie
Was tun, wenn der Markt um 20, 30, 40 % fällt
Das Wichtigste
- Die wichtigste Entscheidung bei einem Kurseinbruch treffen Sie noch vor dem Einbruch — durch die Wahl der Allokation und des Anlagehorizonts.
- Beim aktiven Einbruch zahlt sich eine Checkliste aus: Prüfen Sie Reserve, Allokation und Horizont, bevor Sie irgendetwas verkaufen.
- Der Verkauf aus Angst ist der teuerste Fehler — er verwandelt einen vorübergehenden Buchverlust in einen dauerhaften realen.
- Bei einem Einbruch nachzukaufen ist sinnvoll, aber setzen Sie niemals alles auf den genauen Tiefpunkt.
- Nach dem Einbruch erscheint alles klar — aber während desselben ist es emotional sehr schwer.
Wenn der Markt um Dutzende von Prozent fällt, hängt die richtige Aktion von einer einzigen Sache ab: ob Sie sich im Voraus vorbereitet haben. Wenn ja, haben Sie einen klaren Plan. Wenn nicht, ist der erste Schritt innezuhalten — und keine übereilten Schritte zu unternehmen.
Schritt 1: Prüfen Sie Ihre Barreserve
Haben Sie 3–6 Monatsausgaben in bar außerhalb Ihres Portfolios? Wenn ja, stehen Sie nicht unter Druck zu verkaufen. Wenn nicht, ist das das Erste, was zu beheben ist, noch vor dem nächsten ETF-Kauf. Mehr im Artikel zur Strategie für Einbrüche.
Schritt 2: Prüfen Sie Horizont und Allokation
Investieren Sie Geld, das Sie mindestens 5 Jahre nicht benötigen? Dann ist ein Einbruch kein Problem — es ist ein vorübergehender Buchzustand. Wenn Sie das Geld in 1–2 Jahren benötigen, hat der Einbruch eine schlechte Allokation aufgedeckt, nicht einen schlechten Markt. Die Lösung ist eine schrittweise Reduzierung der Aktienexposition, kein panischer Ausverkauf auf einmal.
Schritt 3: Prüfen Sie das Portfolio nicht täglich
Der tägliche Blick auf eine rote Zahl aktiviert eine emotionale Reaktion. Forschungsergebnisse zeigen, dass Anleger, die ihr Portfolio weniger als einmal im Monat prüfen, weniger schlechte Entscheidungen treffen. Benachrichtigungen ausschalten, App schließen.
Schritt 4: Erwägen Sie Nachkäufe (kein Spekulieren auf den Tiefpunkt)
Wenn Sie freie Liquidität und einen langen Horizont haben, ist ein Einbruch ein Rabatt. Kaufen Sie nach — aber versuchen Sie nicht, das genaue Minimum zu treffen. Das kann niemand; siehe warum Market Timing nicht funktioniert. Ergänzen Sie Ihre regelmäßige DCA-Investition um eine Einmalzahlung.
Was Sie niemals tun sollten
- Das gesamte Portfolio aus Angst verkaufen
- In Anleihen oder Gold wechseln „bis es vorbei ist"
- Auf eine „Bodenbestätigung" warten, bevor Sie zurückkaufen — das kommt zu spät
- Täglich Nachrichten verfolgen und nach der Antwort auf „warum fällt es" suchen
Häufige Fragen
Sollte ich ETFs verkaufen, wenn der Markt um 30 % fällt?
Fast nie. Der Verkauf verwandelt einen vorübergehenden Buchverlust in einen dauerhaften realen. Ausnahme ist, wenn Sie das Geld tatsächlich kurzfristig benötigen — aber das offenbart eine schlechte Allokation, nicht einen schlechten Markt.
Wann ist der richtige Zeitpunkt, bei einem Einbruch nachzukaufen?
Wann immer Sie freie Liquidität und einen Horizont von mindestens 5 Jahren haben. Versuchen Sie nicht, das genaue Minimum zu treffen — das kann niemand. Ergänzen Sie Ihre regelmäßige Investition um einen Einmalbeitrag und fahren Sie mit DCA fort.
Woran erkennt man, dass ein Einbruch vorbei ist?
Das erkennt man in der Regel erst im Nachhinein. Deshalb darf eine Strategie nicht vom richtigen Timing des Aus- oder Wiedereinstiegs abhängen. Buy and Hold und DCA funktionieren unabhängig davon, wo das Tief liegt.
Was tun, wenn ich wegen des Einbruchs schlecht schlafe?
Prüfen Sie Ihre Allokation — sie ist wahrscheinlich für Ihre tatsächliche Risikotoleranz zu aggressiv. Die Reduzierung der Aktienexposition ist eine legitime Wahl, aber tun Sie es schrittweise, nicht in Panik.