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Sharpe Ratio: Rendite im Verhältnis zum eingegangenen Risiko messen

6 Min. LesezeitCompound

Das Wichtigste

Die Sharpe Ratio ist eine Kennzahl, die angibt, wie viel Prozentpunkte Rendite über dem risikofreien Zins Sie für jede Einheit eingegangenen Risikos — gemessen an der Volatilität — erhalten haben. Je höher der Wert, desto besser bewirtschaftet das Portfolio das Risiko.

Wie die Sharpe Ratio berechnet wird

Die Formel ist einfach: Vom durchschnittlichen Jahresertrag wird der risikofreie Zinssatz (typischerweise die Rendite kurzfristiger Staatsanleihen) abgezogen und das Ergebnis durch die Standardabweichung der Renditen dividiert. Ein Portfolio mit 10 % Rendite und 15 % Volatilität hat bei einem risikofreien Zinssatz von 0 % eine Sharpe Ratio von 0,67. Ein Portfolio mit 8 % Rendite und 8 % Volatilität erzielt eine Ratio von 1,0 — ein besseres Risiko-Rendite-Verhältnis trotz geringerer absoluter Rendite.

Warum das für Anleger wichtig ist

Viele Anfänger vergleichen Fonds nur nach der absoluten Rendite. Dabei kann ein Fonds mit höherer Rendite deutlich mehr Risiko eingegangen sein. Risiko hat eine konkrete Gestalt — und die Sharpe Ratio bringt diese in Zahlen zum Ausdruck. Wenn Ihr Portfolio Aktien in Dollar oder Euro enthält, wirken sich Währungsbewegungen ebenfalls auf die Volatilität aus, was die Sharpe Ratio automatisch erfasst.

Grenzen und wie man damit umgeht

Die Sharpe Ratio setzt eine Normalverteilung der Renditen voraus. In der Praxis erlebt der Markt jedoch „Fat Tails" — schnelle und tiefe Rückgänge, die die Formel unterschätzt. Deshalb ergänzen erfahrene Anleger die Sharpe Ratio durch:

Praktische Faustregel: Eine Sharpe Ratio über 1,0 ist solide, über 1,5 ausgezeichnet. Werte unter 0,5 deuten darauf hin, dass Sie für das eingegangene Risiko zu wenig Rendite erhalten.

Wie man die Sharpe Ratio bei der ETF-Auswahl nutzt

Beim Vergleich zweier ähnlicher Fonds — etwa zweier globaler ETFs — hilft die Sharpe Ratio zu unterscheiden, welcher seine Renditen effizienter erzielte. Suchen Sie nach historischen Daten über mindestens fünf Jahre und vergleichen Sie stets Fonds innerhalb derselben Kategorie. Beachten Sie, dass eine vergangene Sharpe Ratio keine zukünftigen Ergebnisse garantiert, aber zeigt, wie der Fonds in verschiedenen Marktphasen reagiert hat.

Häufige Fragen

Was ist die Sharpe Ratio einfach erklärt?

Eine Kennzahl, die angibt, wie viel Rendite Sie für jede Einheit eingegangenen Risikos erhalten haben. Eine Sharpe Ratio von 1,0 bedeutet, dass die Rendite über dem risikofreien Zinssatz der Portfoliovolatilität entspricht. Je höher der Wert, desto besser das Verhältnis von Rendite und Risiko.

Welche Sharpe Ratio gilt als gut?

Als Faustregel gilt: über 1,0 ist solide, über 1,5 ausgezeichnet. Werte unter 0,5 signalisieren, dass Sie für die Volatilität zu wenig Rendite erhalten. Vergleichen Sie stets Fonds innerhalb derselben Anlagekategorie.

Warum reicht die Sharpe Ratio als einzige Kennzahl nicht aus?

Sie erfasst das Risiko extremer Drawdowns — sogenannte Fat Tails — nicht. Deshalb wird sie durch den Maximum Drawdown oder die Sortino Ratio ergänzt, die das Portfolioverhalten in Krisenzeiten besser beschreibt.

Beeinflusst das Währungsrisiko die Sharpe Ratio?

Ja. Hält ein Anleger Vermögenswerte in einer Fremdwährung, fließen Wechselkursbewegungen in die Renditen und damit in die Volatilität ein. Die Sharpe Ratio schließt daher automatisch die Währungskomponente des Risikos ein.

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