Portfolio a alokace
Anleihen zum Portfolio hinzufügen: Wann und wie viel
Das Wichtigste
- Anleihen dämpfen die Schwankungen eines Aktienportfolios und haben historisch eine niedrige Korrelation mit Aktien.
- Das Hinzufügen von Anleihen ist sinnvoll, wenn die Entnahmephase näher rückt oder wenn die Risikobereitschaft sinkt.
- Die Laufzeit (Duration) eines Anleihen-ETFs beeinflusst seine Zinssensitivität erheblich.
- Kurzfristige und mittelfristige Anleihen sind weniger volatil als langfristige — bieten aber niedrigere Renditen.
- Staatsanleihen aus entwickelten Volkswirtschaften bilden eine sicherere Grundlage als Hochzins-Unternehmensanleihen.
Anleihen im Portfolio sind in erster Linie ein Instrument zur Volatilitätsreduzierung — keine Quelle maximaler Rendite. Ihr Hinzufügen macht in einer bestimmten Lebensphase und mit Blick auf Laufzeit und Emittententyp Sinn.
Wann Anleihen hinzufügen
Das Hinzufügen einer Anleihenkomponente ist relevant, wenn:
- Der Entnahmezeitpunkt näher rückt — Rente, größere Ausgaben, ein Finanzziel
- Ihre Risikobereitschaft sinkt — Sie können einen 30–40 %igen Rückgang nicht mehr gelassen ertragen
- Sie eine stabilere Rendite in Kombination mit einem Aktienkern suchen
Ein junger Anleger mit einem dreißigjährigen Horizont ist mit einem Portfolio von 90–100 % Aktien vollkommen in Ordnung. Ein nahender Ruhestand erfordert, schrittweise einen Teil in Anleihen umzuschichten — typischerweise beginnend zehn Jahre vor der Entnahmephase.
Duration: Der Schlüsselparameter
Duration drückt die Empfindlichkeit einer Anleihe oder eines Fonds gegenüber Zinsänderungen aus. Eine Anleihe mit einer Duration von 10 Jahren verliert ungefähr 10 % ihres Wertes, wenn die Zinsen um 1 Prozentpunkt steigen. Kürzere Duration bedeutet geringeres Risiko, aber auch geringere Rendite. Für den defensiven Teil eines Portfolios sind kurzfristige bis mittelfristige ETFs mit einer Duration von 1–7 Jahren angemessen.
Welche Anleihen wählen
Für eine Kern-Anleihenallokation sind geeignete Optionen:
- Staatsanleihen aus entwickelten Volkswirtschaften — niedrigstes Kreditrisiko
- Globaler aggregierter Anleihen-ETF — kombiniert Staats- und Unternehmensanleihen auf diversifizierte Weise
- Inflationsgebundene Anleihen — Schutz gegen Inflation
Vermeiden Sie als Kern-Defensivkomponente Hochzinsfonds — sie haben eine höhere Korrelation mit Aktien und verhalten sich in Krisen ähnlich. Einen umfassenderen Blick auf die Anleihenallokation im Portfolio-Kontext bietet der Artikel über Asset Allocation.
Wie viel Prozent in Anleihen
Es hängt von Alter und Risikobereitschaft ab. Als Ausgangspunkt dient die Altersregel: Ihr Alter in Prozent als Anleihenanteil. Eine modernere Version ist aggressiver: Alter minus 20 als Anleihenanteil in Prozent. Beide sind nur grobe Richtwerte — entscheidend ist Ihre gesamte Asset Allocation und Ihr Investitionsplan.
Häufige Fragen
Warum Anleihen zu einem Aktienportfolio hinzufügen?
Anleihen haben historisch eine niedrige oder negative Korrelation mit Aktien: Wenn Aktien fallen, tendieren Anleihen dazu, stabil zu bleiben oder zu steigen. Das Hinzufügen einer Anleihenkomponente reduziert die Gesamtvolatilität des Portfolios, ohne Aktien vollständig aufgeben zu müssen.
Was ist Anleihen-Duration?
Ein Maß für die Empfindlichkeit des Anleihenpreises gegenüber Zinsänderungen. Eine Anleihe mit einer Duration von 5 Jahren verliert ungefähr 5 % ihres Wertes, wenn die Zinsen um 1 % steigen. Kürzere Duration bedeutet geringeres Risiko, aber auch geringeres Renditepotenzial.
Sind Unternehmensanleihen besser als Staatsanleihen?
Unternehmensanleihen bieten höhere Renditen, fügen aber Kreditrisiko hinzu und tendieren zu einer höheren Korrelation mit Aktien. Für den defensiven Teil eines Portfolios sind Staatsanleihen aus entwickelten Volkswirtschaften eine zuverlässigere Grundlage.