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Diversifikation: Was sie wirklich bedeutet und warum sie die Grundlage jedes Portfolios ist

6 Min. LesezeitCompound

Das Wichtigste

Diversifikation ist die Strategie, Investitionen auf verschiedene Anlagen zu verteilen, damit der Verlust oder Rückgang einer Position das gesamte Portfolio nicht gefährdet — sie basiert auf dem Prinzip, dass verschiedene Anlagen nicht zur gleichen Zeit aus dem gleichen Grund fallen.

Warum Diversifikation funktioniert: Korrelation als Schlüssel

Die Grundlage ist nicht die Anzahl der Aktien, sondern ihre gegenseitige Korrelation. Eine Korrelation von 1 bedeutet, dass zwei Anlagen sich genau gleich bewegen — eine solche „Diversifikation" hilft nicht. Eine Korrelation von 0 oder negativ bedeutet, dass die Anlagen sich unabhängig oder sogar in entgegengesetzte Richtungen bewegen — das ist echter Schutz.

Beispiel: Wenn Sie zehn Technologieaktien statt einer zum Portfolio hinzufügen, diversifizieren Sie kaum, weil der Technologiesektor in der Regel gleichzeitig fällt. Das Hinzufügen von Anleihen, Rohstoffen oder Aktien aus anderen Regionen diversifiziert deutlich wirksamer.

Zwei Risikokomponenten

Die Portfoliotheorie unterscheidet:

Ein globaler ETF-Fonds, der Tausende von Unternehmen abdeckt, eliminiert das unsystematische Risiko praktisch vollständig. Dem systematischen kann man nicht entgehen — das ist der Preis des Investierens.

Diworsification: Zu viele hoch korrelierte Anlagen verwässern die Rendite, ohne das Risiko sinnvoll zu senken. Ein Portfolio mit 50 ähnlichen Aktien ist möglicherweise nicht besser diversifiziert als 10 sorgfältig aus verschiedenen Sektoren und Regionen ausgewählte.

Praktische Diversifikation für tschechische Anleger

Globale Aktien-ETFs (MSCI World, FTSE All-World) diversifizieren mit einem einzigen Kauf über Tausende von Unternehmen in Dutzenden von Ländern. Das Hinzufügen eines Anleihen-ETFs reduziert die Gesamtvolatilität des Portfolios, da Anleihen und Aktien historisch nicht immer gleichzeitig fallen.

Geografische Diversifikation ist in Tschechien besonders wichtig — der heimische Markt (Prager Börse) ist zu klein, um allein auszureichen. Wie man ein erstes Portfolio zusammenstellt, das wirklich diversifiziert, zeigt der Leitfaden zum ersten Portfolio.

Zeitliche Diversifikation: DCA

Diversifikation betrifft nicht nur was Sie kaufen, sondern auch wann. Regelmäßiges Investieren eines festen Betrags unabhängig vom Kurs — DCA oder Durchschnittskosteneffekt — schützt vor schlechtem Timing. Sie investieren sowohl wenn der Markt teuer als auch wenn er günstig ist und mitteln den Einstiegskurs.

Häufige Fragen

Was ist Diversifikation vereinfacht gesagt?

Die Verteilung von Geld auf verschiedene Investitionen, damit ein Rückgang bei einer das gesamte Portfolio nicht gefährdet. Die Grundidee ist, dass verschiedene Anlagen nicht zur gleichen Zeit aus dem gleichen Grund fallen — und diese niedrige Korrelation schützt das Portfolio.

Wie viele Aktien benötige ich für eine gute Diversifikation?

Studien zeigen, dass 20–30 zufällig ausgewählte Aktien aus verschiedenen Sektoren das meiste unsystematische Risiko eliminieren. Ein globaler ETF-Fonds löst dies automatisch über Tausende von Unternehmen — und fügt geografische Diversifikation hinzu.

Schützt Diversifikation vor jedem Verlust?

Nein. Sie schützt vor unsystematischem Risiko (Rückgang eines bestimmten Unternehmens). Systematisches Marktrisiko (Rezessionen, Krisen) wird durch Diversifikation nicht verhindert — in solchen Zeiten fallen Anlagen gemeinsam. Nur eine Kombination verschiedener Anlageklassen kann helfen.

Ist es möglich, zu viel zu diversifizieren?

Ja — sogenannte Diworsification. Das Hinzufügen weiterer ähnlicher Anlagen hört auf, das Risiko zu senken, und verwässert nur die Rendite. Ein Portfolio mit 200 hoch korrelierten Aktien ist nicht besser als 30 gut verteilte.

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