Indexy a trhy
Indexkonzentration: Wenn wenige Unternehmen den ganzen Markt treiben
Das Wichtigste
- Moderne kapitalisierungsgewichtete Indizes weisen die historisch höchste Konzentration seit den 1930er-Jahren auf.
- Die Top-5-Unternehmen des S&P 500 machen heute mehr als 25 % des gesamten Indexwerts aus.
- Hohe Konzentration bedeutet, dass die Indexergebnisse von der Performance einer Handvoll Unternehmen abhängen.
- Konzentration muss nicht zwingend schlecht sein — große Unternehmen sind oft robust und profitabel.
- Wer die Konzentration reduzieren möchte, kann den S&P 500 mit Small-Cap- oder Equal-Weight-ETFs kombinieren.
Indexkonzentration beschreibt, wie großen Anteil an der Gesamtbewertung die größten Unternehmen halten — und in den letzten Jahren hat diese Konzentration am US-Markt historische Höchststände erreicht.
Wie groß ist die Konzentration heute?
Im S&P 500 machen ungefähr fünf der größten Unternehmen (Tech-Giganten wie Apple, Microsoft oder Nvidia) mehr als ein Viertel der gesamten Marktkapitalisierung des Index aus. Mit anderen Worten: Wenn diese Unternehmen in einem Jahr schwächeln, spürt der gesamte Index ihren Rückgang — unabhängig von der Entwicklung der restlichen 495 Gesellschaften.
Die Situation ist weit entfernt von einem Ideal, bei dem 500 Unternehmen gleichmäßig zur Rendite beitragen. Gewichtungsmethoden, die das abmildern können, werden im Artikel über Indexgewichtung behandelt.
Ist Konzentration ein Problem?
Das hängt von der Perspektive ab. Hohe Konzentration ist an sich kein Problem — diese Unternehmen sind groß, weil sie erfolgreich, profitabel und widerstandsfähig sind. Historisch waren Phasen hoher Konzentration mit überdurchschnittlichen Renditen verbunden.
Das Risiko entsteht, wenn die Bewertungen dieser Unternehmen von ihren Fundamentaldaten abkoppeln. Dann kann selbst eine leichte Enttäuschung den gesamten Index erheblich erschüttern.
Sektorales Ungleichgewicht
Hohe Konzentration geht Hand in Hand mit sektorialem Ungleichgewicht. Der Technologiesektor macht über 30 % des S&P 500 aus. Wenn Sie eine ausgewogenere Exposition wünschen, erwägen Sie:
- Ergänzung durch ein globales All-World-ETF — verteilt Kapital außerhalb der USA.
- Equal-Weight-Varianten des Index — jedes Unternehmen erhält dasselbe Gewicht.
- Small-Cap-ETFs — kleinere Unternehmen haben eine geringere Korrelation mit Mega-Cap-Titeln.
Der passive Anleger und Konzentration
Wer in ein breites globales ETF (All World) investiert, hat eine deutlich geringere US-Konzentration als bei einem rein amerikanischen Produkt. Wie man ein erstes Portfolio mit Blick auf Diversifizierung aufbaut, erklärt der Portfolio-Aufbau-Ratgeber. Einen Vergleich von All-World- und S&P-500-ETFs finden Sie in der dedizierten Analyse.
Häufige Fragen
Was ist Indexkonzentration?
Sie gibt an, welchen Anteil am Indexwert die kleinste Gruppe der größten Unternehmen hält. Je höher die Zahl, desto mehr hängt die Indexrendite von einer Handvoll Titeln ab.
Ist hohe Konzentration im S&P 500 riskant?
Nicht an sich — große Unternehmen sind aus gutem Grund groß. Das Risiko steigt, wenn diese Unternehmen überbewertet sind oder wenn ein Sektor mehr als ein Drittel des Index dominiert.
Wie kann ich die Konzentration in meinem Portfolio reduzieren?
Fügen Sie ein globales ETF, Small-Cap- oder Equal-Weight-Variante des Index hinzu. Jeder dieser Ansätze verteilt die Exposition jenseits der größten amerikanischen Mega-Cap-Titel.