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Japan als Investment: Verlorene Jahrzehnte, Comeback und was als nächstes zu erwarten ist
Das Wichtigste
- Der japanische Markt erreichte 1989 seinen Höhepunkt, verlor dann über 80 % und kehrte erst 2024 zu seinen ursprünglichen Niveaus zurück — die längste Erholung in der Geschichte großer Märkte.
- Der Zusammenbruch wurde durch das Platzen einer Immobilien- und Aktienblase, strukturelle Wirtschaftsprobleme und zwei Jahrzehnte Deflation verursacht.
- Japan macht etwa 6 % des MSCI World aus — der durchschnittliche passive Anleger hält es daher automatisch in einem globalen Portfolio.
- Ein schwacher Yen reduziert die Renditen japanischer Investitionen für Euro- oder Kroneninvestoren — das Währungsrisiko ist in Japan überdurchschnittlich hoch.
Japan ist die Geschichte der größten Aktienblase der Neuzeit, dreißig Jahren Stagnation und einer jüngsten Rückkehr an die Spitze — und für einen passiven Anleger ist es über den MSCI World ein automatischer Bestandteil eines globalen Portfolios.
Die Blase, das Platzen und die verlorenen Jahrzehnte
Im Jahr 1989 stand der japanische Aktienindex Nikkei 225 auf seinem Höhepunkt — etwa 38.900 Punkte. Japan besaß damals einen Teil des New Yorker Rockefeller Centers und Tokioter Immobilien waren teurer als ganz Kalifornien. Dann platzte die Blase.
Der Nikkei fiel um rund 80 % und blieb volle 35 Jahre unter seinem Höchststand von 1989. Erst 2024 kehrte er zu seinen ursprünglichen Höchstständen zurück. Zwei Faktoren zogen am längsten nach unten: strukturelle Deflation (fallende Preise, sodass sowohl Unternehmen als auch Haushalte Ausgaben aufschoben) und demografischer Rückgang (eine alternde und schrumpfende Bevölkerung).
Was hinter dem Comeback steckt
Seit 2023 erlebt Japan eine Erneuerung des Anlegerinteresses aus mehreren Gründen:
- Ende der Deflation — die Inflation ist zurückgekehrt, Unternehmen haben begonnen, die Löhne zu erhöhen
- Unternehmensreformen: Unternehmen geben überschüssige Liquidität ab, erhöhen Dividenden und Aktienrückkäufe
- Ein schwacher Yen zieht ausländische Touristen an und begünstigt Exporteure
- Warren Buffetts Investitionen in japanische Handelsgesellschaften erhöhten das Interesse globaler Anleger
Wie tschechische Anleger in japanische Aktien investieren
Japan macht etwa 6 % des MSCI World aus — wer einen globalen ETF hält, hält japanische Unternehmen automatisch. Für eine gezielte Exposition gibt es irische UCITS-ETFs auf den japanischen Markt (am häufigsten MSCI Japan oder TOPIX nachbildend). Beachten Sie das Währungsrisiko. Dies ist keine Anlageberatung. Für den weiteren Kontext: MSCI World und Schwellenmärkte.
Häufige Fragen
Warum dauerte es so lange, bis der japanische Markt seine Höchststände wieder erreichte?
Der Zusammenbruch der Blase im Jahr 1990 war außergewöhnlich tief — der Markt fiel um 80 %. Dazu kamen zwei Jahrzehnte Deflation, eine alternde Bevölkerung und eine schwache Unternehmenskultur bei der Schaffung von Aktionärswert. Die Erholung dauerte 35 Jahre.
Warum zieht Japan wieder Anleger an?
Das Ende der Deflation, Unternehmensreformen (Rückkäufe, Dividenden), ein schwacher Yen, der Exporteuren zugute kommt, und das Interesse großer Anleger wie Warren Buffett. Nach Jahrzehnten sieht Japan wieder attraktiv aus, gemessen an den Bewertungen.
Wie beeinflusst der Wechselkurs des Yen die Rendite tschechischer Anleger?
Erheblich. Japanische Aktien sind in Yen denominiert. Ein starker Yen erhöht die Euro-Rendite, ein schwacher senkt sie. In den Jahren 2021–2024 schwächte sich der Yen erheblich ab — das erodierte die Renditen japanischer Investitionen für Euro-Anleger.
Muss ich ein japanisches ETF separat kaufen?
Nicht unbedingt. MSCI World enthält Japan mit einem Gewicht von etwa 6 %. Wer einen globalen Index hält, hält japanische Aktien automatisch. Ein separates japanisches ETF macht nur Sinn, wenn Sie Ihre japanische Exposition bewusst erhöhen möchten.