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Japan als Investment: Verlorene Jahrzehnte, Comeback und was als nächstes zu erwarten ist

6 Min. LesezeitCompound

Das Wichtigste

Japan ist die Geschichte der größten Aktienblase der Neuzeit, dreißig Jahren Stagnation und einer jüngsten Rückkehr an die Spitze — und für einen passiven Anleger ist es über den MSCI World ein automatischer Bestandteil eines globalen Portfolios.

Die Blase, das Platzen und die verlorenen Jahrzehnte

Im Jahr 1989 stand der japanische Aktienindex Nikkei 225 auf seinem Höhepunkt — etwa 38.900 Punkte. Japan besaß damals einen Teil des New Yorker Rockefeller Centers und Tokioter Immobilien waren teurer als ganz Kalifornien. Dann platzte die Blase.

Der Nikkei fiel um rund 80 % und blieb volle 35 Jahre unter seinem Höchststand von 1989. Erst 2024 kehrte er zu seinen ursprünglichen Höchstständen zurück. Zwei Faktoren zogen am längsten nach unten: strukturelle Deflation (fallende Preise, sodass sowohl Unternehmen als auch Haushalte Ausgaben aufschoben) und demografischer Rückgang (eine alternde und schrumpfende Bevölkerung).

Was hinter dem Comeback steckt

Seit 2023 erlebt Japan eine Erneuerung des Anlegerinteresses aus mehreren Gründen:

Währungsrisiko: Der japanische Yen ist historisch instabil — und die erhebliche Schwäche des Yen (2021–2024) bedeutete, dass selbst bei steigendem Nikkei die Rendite für einen Euro-Anleger geringer oder negativ war. Japan ohne Währungsabsicherung ist eine größere Wette auf den Yen, als es auf den ersten Blick erscheint.

Wie tschechische Anleger in japanische Aktien investieren

Japan macht etwa 6 % des MSCI World aus — wer einen globalen ETF hält, hält japanische Unternehmen automatisch. Für eine gezielte Exposition gibt es irische UCITS-ETFs auf den japanischen Markt (am häufigsten MSCI Japan oder TOPIX nachbildend). Beachten Sie das Währungsrisiko. Dies ist keine Anlageberatung. Für den weiteren Kontext: MSCI World und Schwellenmärkte.

Häufige Fragen

Warum dauerte es so lange, bis der japanische Markt seine Höchststände wieder erreichte?

Der Zusammenbruch der Blase im Jahr 1990 war außergewöhnlich tief — der Markt fiel um 80 %. Dazu kamen zwei Jahrzehnte Deflation, eine alternde Bevölkerung und eine schwache Unternehmenskultur bei der Schaffung von Aktionärswert. Die Erholung dauerte 35 Jahre.

Warum zieht Japan wieder Anleger an?

Das Ende der Deflation, Unternehmensreformen (Rückkäufe, Dividenden), ein schwacher Yen, der Exporteuren zugute kommt, und das Interesse großer Anleger wie Warren Buffett. Nach Jahrzehnten sieht Japan wieder attraktiv aus, gemessen an den Bewertungen.

Wie beeinflusst der Wechselkurs des Yen die Rendite tschechischer Anleger?

Erheblich. Japanische Aktien sind in Yen denominiert. Ein starker Yen erhöht die Euro-Rendite, ein schwacher senkt sie. In den Jahren 2021–2024 schwächte sich der Yen erheblich ab — das erodierte die Renditen japanischer Investitionen für Euro-Anleger.

Muss ich ein japanisches ETF separat kaufen?

Nicht unbedingt. MSCI World enthält Japan mit einem Gewicht von etwa 6 %. Wer einen globalen Index hält, hält japanische Aktien automatisch. Ein separates japanisches ETF macht nur Sinn, wenn Sie Ihre japanische Exposition bewusst erhöhen möchten.

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