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Wie man mit einer verpassten Investitionsgelegenheit umgeht

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Das Wichtigste

Eine verpasste Investitionsgelegenheit existiert fast immer nur im Kopf — denn niemand weiß im Voraus, was eine Gelegenheit und was eine Falle war. Dennoch gehört das Gefühl „Das hätte ich kaufen sollen" zu den stärksten psychologischen Drücken, die Anleger erleben.

Rückschau als Trugbild

Die Psychologie nennt das Hindsight Bias — die Tendenz zu glauben, dass wir „gewusst" haben, was eintreten würde. In Wirklichkeit war der Gewinn jedes Vermögenswerts in der Vergangenheit damals unsicher. Bitcoin, Technologieaktien in den 1990ern, Immobilien vor 2000 — im Nachhinein erscheinen sie „offensichtlich"; in der Vorausschau waren sie es nicht. Zu starkes Fokussieren auf vergangene Renditen verzerrt die Einschätzung künftiger Risiken.

FOMO und Käufe nach dem Höhepunkt

Die gefährlichste Konsequenz des Bedauerns ist die Reaktion: Ich versuche, das aufzuholen, ich kaufe jetzt. Aber FOMO (Fear of Missing Out) treibt Anleger in Positionen, nachdem die große Bewegung bereits stattgefunden hat. Statistisch bedeutet das, teurer zu kaufen und ohne die günstigen Fundamentaldaten, die den ursprünglichen Anstieg antrieben. Das Ergebnis ist im Durchschnitt eine schlechtere Rendite als bei jenen, die einfach nach Plan investieren.

Frage neu formulieren: Statt „Warum habe ich das nicht gekauft?" fragen Sie sich: „Erfüllt diese Investition heute meine Kriterien?" Vergangene Renditen gehören nicht zu den Kriterien.

Auf den Prozess konzentrieren, nicht das Ergebnis

Professionelle Pokerspieler wissen, dass eine richtige Entscheidung zu einem Verlust und eine falsche zu einem Gewinn führen kann — genau deshalb bewerten sie die Qualität des Prozesses, nicht das Ergebnis einer einzelnen Hand. Dasselbe gilt beim Investieren. Ob Sie eine bestimmte Aktie „hätten kaufen sollen", hing zu einem großen Teil vom Zufall ab; ob Sie ein gutes System zum Aufbau eines Portfolios haben, liegt bei Ihnen.

Das Gesamtportfolio als richtige Bewertungseinheit

Kein Anleger kauft alles, was steigen wird. Entscheidend ist, dass das Portfolio als Ganzes langfristig im Einklang mit den Zielen wächst. Die Fixierung auf einen davongefahrenen Zug verdeckt, wie sich die Züge im eigenen Portfolio entwickeln. Eine regelmäßige Überprüfung der Gesamtperformance des Portfolios, nicht einzelner Positionen, liefert ein realistischeres Bild.

Häufige Fragen

Was ist der Omission Bias bei Anlegern?

Die Tendenz, Dinge, die man nicht getan hat (nicht gekauft hat), mehr zu bereuen als Dinge, die man falsch gemacht hat. Beim Investieren äußert er sich als stärkerer Schmerz über einen verpassten Gewinn als über einen tatsächlich realisierten Verlust.

Wie hört man auf, einer verpassten Marktbewegung nachzujagen?

Ein schriftlicher Investitionsplan mit klar definierten Kaufkriterien hilft, dem Impuls zu widerstehen. Wenn eine Gelegenheit die heutigen Kriterien nicht erfüllt, hat sie sie damals auch nicht erfüllt — die Rückschau ist ein Trugbild.

Ist FOMO beim Investieren gefährlich?

Ja. Die Angst, etwas zu verpassen, treibt Anleger in Positionen, nachdem die Hauptbewegung stattgefunden hat. Sie kaufen teuer und ohne gute Einstiegsbewertung, was durchschnittlich zu unterdurchschnittlichen Renditen führt.

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