Důchod, renta a FIRE
Wie Sie von der Ansparphase in die Auszahlungsphase wechseln
Das Wichtigste
- Der Übergang von der Anspar- zur Auszahlungsphase ist kein Moment, sondern ein schrittweiser Prozess, der gerne 3–5 Jahre dauert.
- Die Entnahmerate entscheidet darüber, ob das Geld reicht — eine zu hohe Rate ist der häufigste Fehler.
- Eine konservative Allokation am Tag des Renteneintritts ist für zwanzig Jahre Auszahlungen möglicherweise nicht optimal.
- Eine Pufferzone — ein kurzfristiger Liquiditätspuffer — schützt vor dem Verkauf von Aktien in Kurseinbrüchen.
- Der psychologische Übergang vom Sparen zum Ausgeben ist für viele Menschen schwerer als der finanzielle.
Der Tag, an dem Sie zum ersten Mal Geld aus einem Investmentportfolio abheben, anstatt einzuzahlen, ist ein Wendepunkt — und erfordert eine andere Denkweise über Geld als Ihr gesamtes bisheriges Leben.
Warum der Übergang komplex ist
Während Ihres gesamten Berufslebens haben Sie eine Sache geübt: sparen. Das Portfolio wuchs, Korrekturen waren Gelegenheiten zum Nachkaufen. In der Auszahlungsphase ändern sich die Regeln. Ein Rückgang von 30% bedeutet jetzt keine Vergünstigung mehr — er bedeutet, dass Sie günstiger verkaufen als gewünscht. Diese psychologische und finanzielle Umkehr lässt sich nicht über Nacht vollziehen.
Eine sichere Entnahmerate
Die „Vier-Prozent-Regel" (4%-Entnahmeregel) besagt, dass ein Portfolio mit vernünftiger Allokation jährlich 4% seines Anfangswerts ausschütten kann, ohne in 30 Jahren aufgebraucht zu werden. In der Praxis stützt es sich auf historische Renditen amerikanischer Aktien und Anleihen. Für längere Horizonte — etwa 40 Jahre im Kontext von FIRE — wird in der Regel eine niedrigere Rate empfohlen. Jeder zusätzliche Prozentpunkt verkürzt die wahrscheinliche Lebensdauer des Portfolios erheblich.
- 3,0–3,5% — konservative Rate, geeignet für FIRE mit langem Horizont.
- 4% — die klassische Regel für einen 30-Jahres-Horizont.
- 5% und mehr — riskant, erfordert Flexibilität bei den Ausgaben.
Die Pufferzone: Schutz vor schlechtem Timing
Das Gefährlichste ist, Aktien am Tiefpunkt des Marktes verkaufen zu müssen, weil Sie die Miete bezahlen müssen. Die Lösung ist ein Liquiditätspuffer — 1–2 Jahre Ausgaben in bar oder kurzfristigen Anleihen. Daraus bestreiten Sie die Lebenshaltungskosten in schlechten Jahren; der Aktienanteil des Portfolios kann sich in der Zwischenzeit erholen.
Beginnen Sie 5 Jahre im Voraus zu planen
Der Übergang funktioniert am besten schrittweise: Reduzierung des Portfoliorisikos, Aufbau des Puffers, Testen eines Lebensstils mit geringerem Einkommen. Wenn Sie über die Projektion Ihres Portfolios nachdenken, nutzen Sie unseren Projektionsrechner. Das anschließende Thema wird im Artikel über inflationsgeschütztes Einkommen behandelt.
Häufige Fragen
Was ist eine Entnahmerate?
Die Entnahmerate ist die jährliche Entnahme ausgedrückt als Prozentsatz des Gesamtportfoliowertes. Eine Entnahme von 80.000 CZK pro Jahr aus einem Portfolio von 2 Millionen CZK = 4%. Diese Zahl bestimmt die Wahrscheinlichkeit, dass das Geld Ihren gesamten Ruhestand überlebt.
Soll ich im Ruhestand weniger Aktien halten?
Nicht unbedingt. Ein konservatives 100%-Anleihenportfolio verliert über einen 20-jährigen Auszahlungszeitraum durch Inflation schrittweise an realem Wert. Die meisten Expertenansätze empfehlen, auch im Ruhestand 40–60% Aktien zu halten, mit schrittweiser Reduzierung im Laufe der Zeit.
Was ist das Renditereihungsrisiko?
Das Risiko schlechten Timings — wenn der Markt in den ersten 5 Jahren der Auszahlungsphase stark einbricht, erholt sich das Portfolio nicht so gut wie bei einem Einbruch in der Mitte der Auszahlungsphase. Deshalb sind ein Liquiditätspuffer und Ausgabenflexibilität gerade zu Beginn entscheidend.