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Raumfahrtindustrie: Wie man investiert, welche Unternehmen und welche ETFs

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Das Wichtigste

Elon Musk sagt, die Menschheit müsse multiplanetarisch werden. Jeff Bezos hat Milliarden auf Blue Origin gesetzt. Und Sie sitzen am Computer und fragen sich: Macht es Sinn, auf diese Geschichte zu setzen? Ich sage es direkt — die Raumfahrtindustrie ist einer der faszinierendsten und gleichzeitig riskantesten Sektoren, in den ein Privatanleger heute einsteigen kann. Schauen wir ihn uns ohne unnötige Beschönigungen an.

Wer bildet eigentlich die „Raumfahrtindustrie"?

Wenn jemand Weltrauminvestments sagt, denken die meisten an SpaceX. Aber SpaceX ist privat — an der Börse können Sie es nicht kaufen. Was Privatanlegern zugänglich ist, ist ein bunteres und wilderes Gemisch von Unternehmen mit unterschiedlichen Geschäftsmodellen, unterschiedlichem Reifegrad und unterschiedlicher Abhängigkeit von einem einzigen Kunden oder einer einzigen Technologie.

Das ist wichtig zu verstehen: Reine Weltraumaktien gibt es an der Börse nur eine Handvoll, und die meisten davon sind entweder in der Frühphase oder Verteidigungskonglomerate. Pure Plays wie Rocket Lab oder Redwire sind das, was die Wall Street „high-risk, high-reward" nennt — und beide Teile dieser Verbindung gelten. Erwarten Sie keine stabilen Dividenden oder ruhige Quartalsberichte.

ETF ARKX vs. UFO: Was ist der Unterschied?

Für diejenigen, die keine einzelnen Unternehmen auswählen möchten, gibt es ETFs mit direkter Exposition gegenüber dem Weltraumsektor. Ihre Philosophien unterscheiden sich jedoch grundlegend.

ARKX — ARK Space Exploration & Innovation ETF von Cathie Wood. Aktiv verwalteter Fonds, der sowohl reine Weltraumunternehmen als auch verwandte Technologien hält. Die TER ist deutlich höher als bei passiven Fonds — prüfen Sie die aktuelle Zahl auf justETF. Der Zeitraum 2020–2022 zeigte, was aktives Management in diesem Segment bedeutet — der Fonds schoss zunächst nach oben, brach dann ein. Volatilität ist nicht nur eine Zahl im Prospekt, sie ist Realität.

UFO — Procure Space ETF, ein passiver Fonds, der den PROCURE SPACE-Index nachbildet. Er hält ausschließlich Unternehmen mit direkter Weltraumexposition — mindestens die Hälfte der Einnahmen muss aus dem Weltraumgeschäft stammen. Keine „verwandten Technologien". Die Liquidität ist geringer als bei ARKX, der Handelsspread größer. Er ist an US-Börsen erhältlich, als UCITS-Version für europäische Anleger ist das Angebot begrenzt — fragen Sie Ihren Broker.

Keines dieser ETFs eignet sich als Kerninstrument eines Portfolios. Beispielhaft: Ein Anleger mit einem Portfolio von 500.000 CZK würde einem solchen Fonds etwa 25.000–50.000 CZK, also 5–10 %, zuweisen. Mehr würde riskieren, dass die Sektorvolatilität das gesamte Portfolio destabilisiert.

Praktischer Tipp: Bevor Sie ARKX oder UFO kaufen, schauen Sie sich die aktuelle Liste der größten Positionen des Fonds an. Bei ARKX waren in verschiedenen Perioden Unternehmen vertreten, die keinen direkten Bezug zum Weltraum haben — etwa Drohnenhersteller oder Hersteller autonomer Fahrzeuge. Wissen Sie genau, was Sie kaufen. JustETF oder die Website des Emittenten zeigt Ihnen das in einer Minute.

Warum ist der Zeithorizont so lang?

Die Raumfahrtindustrie unterscheidet sich strukturell von klassischen Sektoren wie Pharmazie oder Konsumgüter. Entwicklungszyklen sind extrem lang — von der Unterzeichnung eines Regierungsvertrags bis zum ersten kommerziellen Raumflug können Jahre vergehen. Rocket Lab wuchs über zehn Jahre, bevor es einen stabilen Kundenstamm und ein Auftragsbuch aufgebaut hatte. Satelliten-Breitbandunternehmen müssen eine gesamte Konstellation von Hunderten oder Tausenden von Satelliten starten, bevor sie Einnahmen erzielen.

Das hat direkte Auswirkungen auf die Bewertungen. Der Markt diskontiert weit entfernte Cashflows, und wenn die Zinssätze steigen, werden diese drastisch abgewertet. Genau deshalb brachen Weltraumaktien 2022–2023 ein — nicht weil Raketen aufgehört hätten zu funktionieren, sondern weil Geld teurer wurde.

Meiner Ansicht nach ist folgendes entscheidend: Die Raumfahrtindustrie ist eine Geschichte, die ihr Potenzial wahrscheinlich entfalten wird, aber ihr Timing ist unvorhersehbar. Anleger, die 2021 im Hype-Hoch eingestiegen sind, warteten Jahre, bis sie wieder auf null waren. Wer heute mit einem Zehnjahreshorizont und einem ruhigen Kopf einsteigt, hat eine realistische Chance.

Risiken, die Prospekte nicht laut ansprechen

Erstes Risiko — Sektorkonzentration. Die Raumfahrtindustrie ist klein. Wenn Rocket Lab in Finanzierungsprobleme gerät oder einen Schlüsselvertrag verliert, spürt ein Fonds wie UFO das weit stärker als ein Breitmarktindex den Verlust eines kleinen Unternehmens.

Zweites Risiko — Geopolitik und staatliche Abhängigkeit. Der Weltraum ist nach wie vor eng mit staatlichen Aufträgen und der Rüstungsindustrie verwoben. Ein Regierungswechsel, NASA-Budgetkürzungen oder geopolitische Spannungen im Bereich der Satellitenkommunikation beeinflussen die Auftragsbücher direkt.

Drittes Risiko — Technologisches Versagen. Raketen explodieren. Satelliten versagen im Orbit. In einem Sektor, wo ein gescheiterter Test Milliardenverluste bedeuten kann, sind schwarze Schwäne weit wahrscheinlicher als im Bankwesen oder der Pharmazie.

Viertes Risiko — Liquidität kleinerer Unternehmen. Redwire oder AST SpaceMobile haben tägliche Handelsvolumen im unteren zweistelligen Millionen-Dollar-Bereich. Für einen Privatanleger mit einer Position von 50.000 CZK ist das vielleicht kein Problem, aber der Bid-Ask-Spread kann spürbar sein.

Wie man Weltraumexposition sinnvoll ins Portfolio einbaut

Die Raumfahrtindustrie ist nicht für jeden. Wenn Sie erst am Anfang Ihrer Investmentreise stehen, lesen Sie zunächst den Leitfaden zum ersten Portfolio — der Kern besteht aus einem globalen Index wie VWCE oder CSPX, nicht aus Sektorwetten. Dies ist keine Anlageberatung, und für die große Mehrheit der Anleger bleibt ein Breitmarkt-ETF die bessere Wahl.

Wenn Sie den Weltraumsektor dennoch als Satellitenposition hinzufügen möchten, denken Sie an ein Spektrum von defensiv bis aggressiv. L3Harris bietet Ihnen Weltraumexposition mit dem Sicherheitspolster eines diversifizierten Verteidigungsunternehmens. Rocket Lab bietet die reine Geschichte — und das reine Risiko. ARKX oder UFO bieten dann den Mix, ohne einzelne Unternehmen auswählen zu müssen, aber zum Preis höherer TER und höherer Volatilität.

Häufige Fragen

Kann ich SpaceX als Privatanleger kaufen?

Nicht direkt. SpaceX ist ein privates Unternehmen und wird nicht an der Börse gehandelt. Eine indirekte Exposition ist über ETFs wie ARKX möglich, die Unternehmen im Weltraumökosystem halten, oder über Sekundärplattformen für Pre-IPO-Handel — diese sind jedoch regulatorisch komplex und für den durchschnittlichen Privatanleger praktisch nicht zugänglich.

Ist ARKX als UCITS ETF in Deutschland verfügbar?

ARKX ist ein US-ETF und erfüllt als solches nicht die UCITS-Anforderungen für Privatanleger in der EU. Suchen Sie auf justETF nach UCITS-Alternativen unter dem UCITS-Filter. Die Verfügbarkeit hängt von Ihrem Broker ab — die Auswahl an UCITS-Weltraum-ETFs ist noch begrenzt, wächst aber.

Wie unterscheidet sich Rocket Lab von L3Harris aus Sicht des Anlagerisikos?

Rocket Lab ist ein Pure-Play-Raumfahrtunternehmen mit kleiner Marktkapitalisierung, negativem Betriebsgewinn und Abhängigkeit vom Erfolg einzelner Raketenprogramme — hohes Risiko, hohes Potenzial. L3Harris ist ein diversifizierter Verteidigungsauftragnehmer mit milliardenschweren Umsätzen und stabilem Cashflow; Raumfahrt ist eines von vielen Segmenten — geringeres Risiko, geringere reine Weltraumexposition.

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