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Investitionsfehler des Monats: Aktien ohne Analyse und Investitionsthese kaufen

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Das Wichtigste

Einzelne Aktien ohne Unternehmensanalyse und ohne klare Investitionsthese zu kaufen, ist einer der häufigsten — und teuersten — Fehler von Anfängerinnen und Anfängern. Das Gefühl, "von der Firma gehört zu haben" oder "das Produkt zu mögen", reicht nicht aus.

Warum dieser Fehler passiert

Das menschliche Gehirn ist auf schnelle Entscheidungen auf Basis von Emotionen und Erfahrungen ausgerichtet, nicht auf systematische Wahrscheinlichkeitsanalyse. Wenn ein Tipp von einem Freund kommt, wir einen begeisterten Artikel lesen oder einen schnell steigenden Kurs beobachten, setzt FOMO ein — die Angst, eine Gelegenheit zu verpassen. Analytisches Denken tritt in den Hintergrund.

Ein weiterer Auslöser ist der Familiarity Bias — wir kaufen Aktien von Marken, die wir aus dem Alltag kennen. Das Produkt eines Unternehmens zu kennen bedeutet jedoch nicht, sein Geschäftsmodell, seine Margen, seine Wettbewerber oder seine Bewertung zu verstehen.

Was eine Investitionsthese ist und warum Sie eine brauchen

Eine Investitionsthese ist eine kurze — idealerweise einseitige — Antwort auf drei Fragen. Erstens: Warum kaufe ich dieses Unternehmen (was ist sein Wettbewerbsvorteil, warum wird es mehr verdienen als heute)? Zweitens: Was müsste eintreten, damit ich es verkaufe (die These hat sich erfüllt oder als falsch erwiesen)? Drittens: Wie hoch ist meine geplante Allokation und warum entspricht sie meiner Risikotoleranz?

Ohne These wissen Sie nicht, wann Sie verkaufen sollen. Und ohne klare Verkaufsbedingung werden Sie eine Verlustposition emotional halten oder beim ersten Kursrückgang panisch verkaufen.

Praktischer Thesentest: Schreiben Sie sie in einem Satz auf. Wenn das nicht gelingt, existiert keine These — und Sie kaufen wahrscheinlich aufgrund von Rauschen.

Die Alternative: ETFs statt Einzeltitelauswahl

Für die meisten Anlegerinnen und Anleger ist die Auswahl einzelner Aktien nicht der richtige Weg. Ein diversifizierter ETF auf den Gesamtmarkt oder einen Sektor bietet Marktexposition, ohne jedes Unternehmen einzeln analysieren zu müssen. Außerdem entfällt das Risiko, dass ein einziger Fehltritt das gesamte Portfolio zunichtemacht.

Wenn Sie dennoch an einzelnen Unternehmen interessiert sind, investieren Sie Zeit in deren Verständnis — der Bereich Unternehmensanalysen ist ein guter Ausgangspunkt. Die Grundlagen des passiven Ansatzes beschreibt der Artikel aktiv vs. passiv investieren. Wie man ein erstes Portfolio aufbaut, erfahren Sie in erstes Portfolio zusammenstellen.

Häufige Fragen

Was ist eine Investitionsthese und wozu dient sie?

Eine Investitionsthese ist eine knappe Begründung für den Kauf einer bestimmten Aktie — was der Wettbewerbsvorteil des Unternehmens ist, warum es mehr verdienen wird, und unter welchen Bedingungen Sie verkaufen. Ohne These entscheiden Sie emotional statt analytisch.

Warum ist der Aktienkauf ohne Analyse gefährlich?

Ohne Analyse wissen Sie nicht, ob der Aktienkurs fair ist, ob das Unternehmen wirklich einen Wettbewerbsvorteil hat, und was eintreten müsste, damit ein Verkauf sinnvoll ist. Das Ergebnis sind emotionale Entscheidungen und unnötige Verluste.

Wie kann ich diesen Fehler vermeiden?

Entweder schreiben Sie vor jedem Kauf eine einfache Investitionsthese, oder Sie nutzen einen diversifizierten ETF-Ansatz, der Sie von der Notwendigkeit befreit, jedes Unternehmen einzeln zu analysieren. Eine Kombination beider Ansätze ist ebenfalls eine valide Strategie.

Ist Familiarity Bias ein echtes Problem?

Ja. Forschungen zeigen, dass Anleger systematisch Aktien von Unternehmen kaufen, deren Produkte sie kennen — und diese Aktien liefern keine überdurchschnittlichen Renditen. Das Produkt zu kennen bedeutet nicht, die Börsenbewertung des Unternehmens zu verstehen.

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