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Historische Aktienmarktrenditen: Was langfristig zu erwarten ist
Das Wichtigste
- Die historische Nominalrendite des S&P 500 beträgt seit 1928 ungefähr 10 % pro Jahr.
- Nach Abzug der Inflation beträgt die Realrendite ungefähr 6–7 % pro Jahr.
- Vergangene Renditen sind keine Garantie für zukünftige Ergebnisse — aber sie zeigen die Stärke von Aktien als Anlageklasse.
- Die Reinvestition von Dividenden ist entscheidend — ohne sie ist die Rendite deutlich niedriger.
- Steuern und Verwaltungskosten können die Realrendite um 1–2 Prozentpunkte reduzieren.
Die historische durchschnittliche Jahresrendite des amerikanischen Aktienmarkts (S&P 500) liegt seit 1928 bei rund 10 % nominal — aber diese Zahl braucht Kontext, um nützlich zu sein.
Was die 10-%-Zahl enthält (und nicht)
Die Zahl enthält reinvestierte Dividenden — ohne sie wäre die Rendite 2–3 Prozentpunkte niedriger. Sie enthält nicht Inflation, Steuern oder Verwaltungskosten. Nach Abzug der typischen jährlichen Inflation (ungefähr 3 %) sinkt die Realrendite auf etwa 6–7 % pro Jahr. Steuern und Kosten können weitere 1–2 Punkte abziehen.
Für den tschechischen Anleger kommt auch das Währungsrisiko hinzu: Renditen sind in Dollar, die Investition in tschechischen Kronen. Über einen langen Horizont schwanken die Wechselkurse in beide Richtungen und der Effekt gleicht sich in der Regel aus — kurzfristig kann er aber erheblich sein.
Weltmärkte vs. USA
Der S&P 500 ist der historische Überflieger. MSCI World (einschließlich europäischer und japanischer Märkte) hat historisch gesehen niedrigere Renditen erzielt — ungefähr 7–8 % nominal. Der Vorteil eines globalen Index ist eine bessere Diversifizierung: Die USA müssen nicht zwingend in den nächsten Jahrzehnten genauso dominant sein. Ein Vergleich beider Ansätze findet sich im Artikel All World vs. S&P 500.
Renditevariaibilität — keine gerade Linie
Die durchschnittliche Rendite von 10 % sagt nichts darüber aus, wie die Renditen verteilt sind. Historische jährliche S&P-500-Renditen lagen zwischen −47 % und +54 %. Die große Variabilität ist der Preis für langfristige Rendite — Anleger, die das nicht aushalten und beim Rückgang verkaufen, werden den Durchschnitt nicht erreichen.
- Über 10 Jahre endete der S&P 500 historisch in ungefähr 94 % der Fälle positiv.
- Über 20 Jahre endete er in 100 % der historisch aufgezeichneten Perioden positiv.
Was das für Sie bedeutet
Historische Renditen sind keine Garantie, aber sie sind das beste Leitbild, das wir haben. Die wichtigste Erkenntnis: Zeit im Markt ist wichtiger als das Timing des Einstiegs. Wie die Mathematik des Zinseszinses in Ihrem Portfolio funktioniert, beschreibt der Artikel über die Kraft des Zinseszinses.
Häufige Fragen
Was ist die durchschnittliche Jahresrendite des Aktienmarkts?
Der S&P 500 historisch ungefähr 10 % nominal pro Jahr seit 1928 (mit reinvestierten Dividenden). Nach Inflation ungefähr 6–7 % real. Diese Werte sind Durchschnitte — jährliche Renditen schwanken stark.
Sind historische Renditen eine Garantie für zukünftige Ergebnisse?
Nein. Historische Daten sind das beste Leitbild, aber die Zukunft kann anders sein. Demografische Veränderungen, Geopolitik oder technologische Umbrüche können Renditen in beide Richtungen beeinflussen.
Wie beeinflussen Steuern die Rendite des tschechischen Anlegers?
Dividenden unterliegen einer 15%igen Quellensteuer. Gewinne aus dem Verkauf von ETFs, die älter als 3 Jahre sind, sind steuerfrei (Zeitprüfung) oder bei einem Gewinn bis zu 100.000 CZK pro Jahr (Wertprüfung). Thesaurierende ETFs verschieben die Steuerlast auf den Verkaufszeitpunkt.