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Globale vs. heimische Aktien: Wie groß ist der Home Bias?
Das Wichtigste
- Home Bias ist die Tendenz von Anlegern, Aktien aus dem eigenen Land überzugewichten.
- Die tschechische Börse repräsentiert einen Bruchteil eines Prozents der globalen Marktkapitalisierung — eine übermäßige Konzentration dort bringt unnötiges Risiko.
- Globale Diversifizierung reduziert die Portfoliovolatilität, ohne auf Rendite verzichten zu müssen.
- Es ist entscheidend, Home Bias von einem bewussten Anteil der heimischen Wirtschaft zu unterscheiden.
- Der einfachste Weg zur globalen Diversifizierung sind All-World- oder MSCI-World-ETFs.
Home Bias ist die Tendenz von Anlegern, Aktien aus dem eigenen Land unangemessen stark zu gewichten — auch wenn das aus Diversifizierungssicht keinen Sinn ergibt.
Wie groß ist der Home Bias in der Praxis?
Weltweit machen US-Aktien etwa 65 % der globalen Marktkapitalisierung aus, europäische Aktien etwa 15 %. Dennoch hält der durchschnittliche deutsche Anleger über 40 % seines Portfolios in deutschen Aktien — und der durchschnittliche Tscheche neigt dazu, heimischen Titeln oder der mitteleuropäischen Region großes Gewicht beizumessen, obwohl diese im globalen Index weniger als ein halbes Prozent ausmacht.
Warum Home Bias schadet
Das Problem ist nicht Patriotismus — das Problem ist Risikokonzentration. Die tschechische Wirtschaft ist stark von der Industrieproduktion, dem Automobilsektor und dem Export nach Deutschland abhängig. Wenn diese Sektoren leiden, leidet der gesamte lokale Markt gleichzeitig. Ein global diversifiziertes Portfolio reagiert auf solche lokalen Schocks deutlich weniger sensibel.
Wann ist eine inländische Übergewichtung sinnvoll?
Es gibt legitime Gründe für einen höheren Anteil inländischer Vermögenswerte:
- Einkommen in Kronen, Ausgaben in Kronen — das Währungsrisiko wird reduziert.
- Steuerliche Vorteile bestimmter inländischer Produkte.
- Bessere Kenntnis spezifischer Unternehmen.
Eine bewusste leichte Übergewichtung (5–10 % des Portfolios) ist eine andere Sache als eine unbewusste übermäßige Konzentration. Das Problem des Home Bias als einer der wichtigsten Anlagefehler wird im Artikel über den Anlagefehler des Monats ausführlicher behandelt.
Wie man Home Bias korrigiert
Das einfachste Mittel ist ein globales ETF — MSCI World deckt Industrieländer in 23 Ländern ab, FTSE All-World fügt auch Schwellenländer hinzu. Ein Vergleich beider Ansätze findet sich in der All-World-vs.-S&P-500-Analyse. Das allgemeine Portfolio-Setup für Anfänger beschreibt der Leitfaden Wie man sein erstes Portfolio zusammenstellt.
Häufige Fragen
Was ist Home Bias?
Die Tendenz von Anlegern, ihr Portfolio übermäßig in Aktien aus dem eigenen Land zu konzentrieren. Sie entsteht durch die vertraute Kenntnis heimischer Unternehmen, das Komfort in der eigenen Währung und psychologische Nähe.
Schadet Home Bias der Rendite?
Ja, wenn er zu übermäßiger Konzentration führt. Kleine Volkswirtschaften (einschließlich der tschechischen) sind weniger diversifiziert und volatiler als der Weltmarkt. Ein globales ETF reduziert dieses Risiko ohne nennenswerten Renditeverlust.
Wie vermeidet man Home Bias?
Die Grundlage ist ein globales ETF — MSCI World oder FTSE All-World. Inländische Aktien machen dann nur einen marginalen Teil des globalen Index aus, nicht die dominierende Komponente des Portfolios.