ETF základy
ETF, ETC und ETN: Was ist der Unterschied?
Das Wichtigste
- Ein ETF ist ein regulierter Fonds, bei dem Sie einen echten Anteil am Vermögensportfolio halten — das bietet starken rechtlichen Schutz.
- ETCs sind Schuldtitel, die durch physische Rohstoffe oder Swaps besichert sind — keine regulierten Fonds.
- ETNs sind unbesicherte Anleihen — sie tragen das Kreditrisiko des Emittenten, also das Insolvenzrisiko des Herausgebers.
- Für die meisten Anleger sind nur UCITS-ETFs mit Domizil in Irland oder Luxemburg geeignet.
- Bevor Sie ein börsengehandeltes Produkt kaufen, prüfen Sie, ob es sich um einen ETF oder um ein ETC/ETN handelt.
ETF, ETC und ETN sind drei verschiedene Arten börsengehandelter Produkte — sie unterscheiden sich in der rechtlichen Struktur, dem Schutzgrad und dem Risiko, das sie tragen. Auf den ersten Blick sehen sie gleich aus, doch der Unterschied ist grundlegend.
ETF: regulierter Fonds mit Vermögenseigentum
Ein Exchange-Traded Fund ist ein regulierter Fonds gemäß der europäischen UCITS-Richtlinie. Sie halten einen echten Anteil am Vermögensportfolio — Aktien, Anleihen oder einer Kombination. Das Fondsvermögen ist vom Vermögen des Managers getrennt, sodass ein Konkurs des Anbieters Sie nicht direkt trifft. Das ist der Hauptgrund, warum diese Fonds empfohlen werden. Mehr im ETF-Leitfaden.
ETC: Schuldtitel mit Rohstoffbesicherung
Eine Exchange-Traded Commodity ist kein Fonds, sondern ein Schuldtitel — in der Regel durch physische Rohstoffe oder Derivate besichert. Sie wird für Gold, Silber, Öl oder Erdgas verwendet, weil sich diese Rohstoffe nicht einfach in einen Standard-UCITS-ETF verpacken lassen. Wichtiger Unterschied: Durch physisches Gold besicherte ETCs sind relativ sicher, während synthetisch besicherte ETCs ein Kontrahentenrisiko tragen.
ETN: unbesicherte Anleihe
Eine Exchange-Traded Note ist eine unbesicherte Anleihe, die von einer Bank oder einem Investmenthaus ausgegeben wird. Sie tragen das volle Kreditrisiko des Emittenten — wenn der Herausgeber insolvent wird, verlieren Sie Ihr investiertes Geld unabhängig von der Entwicklung des Basiswerts. ETNs sind in Europa seltener, aber besonders bei exotischeren Themen werden Sie darauf stoßen.
- ETF: UCITS-Fonds, Eigentum an Vermögenswerten, höchster Schutz
- ETC: Schuldtitel, physisch oder synthetisch besichert, mittleres Risiko
- ETN: unbesicherte Anleihe, Emittentenkreditrisiko, höchstes Risiko
Praktische Empfehlung
Für die überwiegende Mehrheit der Anlagezwecke sind UCITS-ETFs am geeignetsten — für Aktien, Anleihen und gemischte Engagements. Für physisches Gold oder Silber können solide ETCs von großen Emittenten sinnvoll sein. ETNs bleiben erfahrenen Anlegern vorbehalten. Lesen Sie vor dem Kauf immer das Schlüsseldokument (KID) und prüfen Sie, um welches Produkt es sich handelt. Wie Sie ETFs vergleichen, erfahren Sie im Artikel wie man zwei ähnliche ETFs vergleicht.
Dies ist keine Anlageberatung.
Häufige Fragen
Was ist der Hauptunterschied zwischen einem ETF und einem ETN?
Ein ETF ist ein regulierter Fonds, bei dem Sie einen Anteil an realen Vermögenswerten besitzen — das Vermögen ist vor dem Konkurs des Managers geschützt. Ein ETN ist eine unbesicherte Anleihe, bei der Sie das volle Kreditrisiko des Emittenten tragen. Wenn der Herausgeber insolvent wird, verlieren Sie Ihr Geld.
Sind ETCs sicher?
Das hängt von der Besicherung ab. Durch physische Rohstoffe (Gold, Silber) besicherte ETCs gelten als relativ sicher. Synthetisch besicherte ETCs tragen ein Kontrahentenrisiko. Lesen Sie immer den Prospekt oder das KID.
Wie erkenne ich einen UCITS-ETF?
Überprüfen Sie die ISIN und das Domizil des Fonds. Irische Fonds haben eine ISIN, die mit „IE" beginnt, luxemburgische mit „LU". Suchen Sie zudem nach der UCITS-Bezeichnung im Namen oder Prospekt. Diese Struktur garantiert die Regulierung nach strengen europäischen Vorschriften.