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Wie man zwei ähnliche ETFs vergleicht und den besseren wählt

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Das Wichtigste

Einen ETF auf denselben Index auszuwählen dreht sich nicht darum, welcher einen hübscheren Namen hat — es kommt auf Tracking Difference, Domizil, Replikationsmethode, Fondsgröße und Dividendenbehandlung an. Hier ist eine systematische Vorgehensweise zum Vergleich zweier Kandidaten.

Schritt 1: Tracking Difference prüfen, nicht nur TER

TER (Total Expense Ratio) ist die im Prospekt angegebene Jahresgebühr. Die tatsächlichen Kosten des Fonds sind jedoch anders — der Fonds kann durch Wertpapierleihe einen Teil der TER tilgen. Tracking Difference der letzten 3–5 Jahre sagt Ihnen, wie der Fonds tatsächlich gegenüber dem Index abschnitt. Suchen Sie die niedrigste (oder negative) Tracking Difference. Quelle: trackingdifferences.com oder der Performance-Bereich auf der Website des Anbieters.

Schritt 2: Fondsgröße (AUM)

Ein Fonds mit AUM unter 100 Millionen Euro ist ein Liquidationskandidat. Ein größerer Fonds hat außerdem:

Schritt 3: Domizil und Steuereffizienz

Irisches Domizil (ISIN beginnt mit „IE") ist für einen Anleger, der in US-Aktien investiert, vorteilhaft — 15 % Quellensteuer statt 30 %. Luxemburgisches Domizil („LU") ist die zweithäufigste Option. Mehr im Artikel warum UCITS-ETFs mit irischem Domizil.

ETF-Vergleichs-Checkliste: (1) Tracking Difference 3–5 Jahre, (2) AUM über 500 Mio. Euro, (3) Domizil Irland/Luxemburg, (4) Thesaurierend vs. ausschüttend je nach Plan, (5) Physische vs. synthetische Replikation.

Schritt 4: Thesaurierend oder ausschüttend

Für einen langfristigen Passivanleger ohne Einkommensbedarf ist ein thesaurierender ETF in der Regel vorteilhafter — er reinvestiert Dividenden automatisch und verschiebt die Steuerpflicht. Ausschüttend macht Sinn, wenn Sie regelmäßige Erträge möchten oder von Dividenden leben. Mehr Details im Artikel thesaurierend vs. ausschüttend.

Schritt 5: Replikationsmethode

Physisch replizierende ETFs sind transparenter und tragen kein Kontrahentenrisiko. Synthetische können aufgrund der Steuerstruktur eine leicht günstigere Tracking Difference haben. Für Einsteiger ist physische Replikation die einfachere Wahl — weniger Dinge zu verstehen.

Praktisches Beispiel

Wenn Sie einen S&P 500-ETF wünschen, nehmen Sie drei Kandidaten, vergleichen Sie ihre Tracking Difference über 5 Jahre, prüfen Sie AUM, Domizil und Typ (Acc/Dist). Der Gewinner für Sie als Anleger mit langem Horizont und ohne Dividendeneinkommensbedarf wird sehr wahrscheinlich ein thesaurierender irischer Fonds mit der besten historischen Tracking Difference sein. Grundlagen des Portfolios im ETF-Leitfaden.

Dies ist keine Anlageberatung.

Häufige Fragen

Was ist Tracking Difference und wie finde ich sie?

Tracking Difference ist die Differenz zwischen der ETF-Rendite und seinem Benchmarkindex für ein Jahr. Sie finden sie auf der Website des Anbieters unter Performance oder auf dem Portal trackingdifferences.com. Suchen Sie nach der Historie über mehrere Jahre, nicht nur das letzte Jahr.

Wie groß sollte ein Fonds sein, um sicher zu sein?

AUM über 500 Millionen Euro ist ein guter Stabilitätsindikator. Fonds über 1 Milliarde Euro von renommierten Anbietern sind praktisch frei von Liquidationsrisiko. Unter 100 Millionen Euro besteht ein erhöhtes Risiko der Auflösung oder Fusion.

Ist ein thesaurierender ETF immer besser?

Für einen langfristigen Passivanleger ohne Einkommensbedarf ja — er reinvestiert automatisch und verschiebt die Steuer. Wenn Sie von Dividenden leben oder regelmäßigen Cashflow möchten, ist ein ausschüttender Fonds die richtige Wahl. Es hängt von Ihrem spezifischen Plan ab.

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