ETF základy
Anleihen-ETFs: Wie sie funktionieren und für wen sie geeignet sind
Das Wichtigste
- Anleihen-ETFs halten einen Korb von Anleihen und reagieren auf Zinsänderungen — wenn die Zinsen steigen, fällt der Preis.
- Duration misst die Zinssensitivität: Je länger die Duration, desto stärker schwankt der Preis.
- Für konservative Anleger oder als Gegengewicht zu Aktien können Anleihen-ETFs die Gesamtvolatilität des Portfolios senken.
- Die Rendite von Anleihen-ETFs ist generell niedriger als bei Aktien-ETFs — der Kompromiss für geringere Volatilität.
- Irisch domizilierte UCITS-Anleihen-ETFs sind auch für Anleger aus dem deutschsprachigen Raum zugänglich und unterliegen den Standardsteuerregeln.
Anleihen-ETFs sind Fonds, die einen Korb aus Anleihen — staatliche, Unternehmensanleihen oder eine Kombination — halten und es ermöglichen, genauso einfach wie in Aktien in den Rentenmarkt zu investieren. Sie sind ein Schlüsselinstrument zur Portfoliodiversifikation und Reduzierung der Gesamtvolatilität.
Wie Anleihen-ETFs Erträge erwirtschaften
Erträge kommen aus zwei Quellen: aus Kuponzahlungen der Anleihen im Portfolio und aus Kursbewegungen der Anleihen selbst. Der Kurs einer Anleihe bewegt sich umgekehrt proportional zu den Zinssätzen — wenn die Zentralbank die Zinsen erhöht, fällt der Kurs bestehender Anleihen, da neue Anleihen eine höhere Rendite bieten.
Was ist Duration und warum ist sie wichtig?
Duration (modifizierte Duration) drückt die Sensitivität einer Anleihe oder eines Fonds gegenüber Zinsänderungen aus. Ein Fonds mit einer Duration von 5 Jahren wird bei einem Zinsanstieg um 1 % um etwa 5 % fallen. Kurzlaufende Anleihen-ETFs haben eine Duration von 1–3 Jahren und sind daher weniger sensitiv. Langfristige Anleihen-ETFs mit einer Duration von 15–20 Jahren verhalten sich volatiler.
Arten von Anleihen-ETFs
- Staatsanleihen — niedrigstes Ausfallrisiko, geringere Renditen
- Unternehmensanleihen (Investment Grade) — etwas höhere Rendite, höheres Risiko
- Hochzinsanleihen — höhere Rendite, aber deutlich höheres Ausfallrisiko
- Inflationsgebundene Anleihen (TIPS, Linker) — Schutz vor Inflation, komplexeres Verhalten
Für wen sind Anleihen-ETFs geeignet?
Eine Anleihenkomponente macht besonders Sinn für Anleger, die ihrem Ziel näherkommen (z. B. Rente in 5–10 Jahren), für solche, die starke Portfolioschwankungen nicht vertragen, oder als Ergänzung zur Aktienkomponente zur Risikosenkung. In einem rein aktienbasierten Portfolio sind sie überflüssig, wenn Sie einen langen Horizont haben und Volatilität tolerieren können. Die Grundlagen der Portfoliokonstruktion finden Sie im Artikel wie man sein erstes Portfolio zusammenstellt.
Dies ist keine Anlageberatung.
Häufige Fragen
Wie erwirtschaften Anleihen-ETFs Erträge?
Aus Kuponzahlungen der Anleihen im Portfolio und aus deren Kursbewegungen. Der Anleihekurs fällt, wenn die Zinssätze steigen, und steigt bei deren Rückgang. Die Gesamtrendite kombiniert beide Komponenten.
Was ist die Duration einer Anleihe?
Duration drückt die Sensitivität gegenüber Zinsänderungen aus. Ein Fonds mit einer Duration von 5 Jahren wird bei einem Zinsanstieg um 1 % um etwa 5 % fallen. Kürzere Duration bedeutet geringere Sensitivität und niedrigere Kursschwankungen.
Sind Anleihen-ETFs für Anfänger geeignet?
Das hängt vom Ziel ab. Ein Anfänger mit langem Horizont (15+ Jahre) braucht in der Regel keine Anleihen — Aktien-ETFs haben historisch höhere Renditen erzielt. Fügen Sie Anleihen hinzu, wenn Sie Ihrem Ziel näherkommen oder die Volatilität reduzieren möchten.