Důchod, renta a FIRE
Bucket-Strategie für Rentenentnahmen: Wie man sie aufbaut
Das Wichtigste
- Die Bucket-Strategie teilt das Portfolio in Eimer auf: kurzfristig (0–2 Jahre), mittelfristig (3–10 Jahre) und langfristig (10+ Jahre).
- Der kurzfristige Eimer in Bar oder Anleihen gibt Ihnen Ruhe bei Abschwüngen — Sie müssen keine Aktien verkaufen.
- Der langfristige Eimer in Aktien wächst und füllt den mittleren Eimer nach der Markterholung auf.
- Die Strategie bedeutet kein Nullrisiko — sie bedeutet Risiko, das finanziell und psychologisch beherrschbar ist.
- Einmal jährlich die Eimer rebalancieren und aus den gewachsenen auffüllen.
Die Bucket-Strategie ist eine Möglichkeit, ein Portfolio in der Entnahmephase zu organisieren: Sie teilen Ihr Geld in drei Eimer nach Zeithorizont auf — und jeder Eimer enthält unterschiedliche Anlagen mit einem anderen Risikoprofil. Das Ziel ist, die Notwendigkeit zu eliminieren, Aktien zum falschen Zeitpunkt zu verkaufen.
Drei Eimer: Wie man sie füllt
Eimer 1 (0–2 Jahre Ausgaben): Bargeld, Sparkonto oder kurzfristige Staatsanleihen. Null oder minimales Anlagerisiko. Aus diesem Eimer entnehmen Sie für alltägliche Ausgaben. Dank dieses Eimers müssen Sie sich gar nicht darum kümmern, was an den Märkten passiert.
Eimer 2 (3–10 Jahre Ausgaben): mäßig risikoreiche Anlagen — Mischfonds, länger laufende Anleihen, konservativere Aktien-ETFs. Dies ist die Reserve, aus der Sie Eimer 1 auffüllen, sobald sich die Märkte erholt haben.
Eimer 3 (10+ Jahre): diversifizierte Aktien-ETFs mit dem höchsten Renditepotenzial. Daran rühren Sie jahrelang nicht — Sie wollen es bei einem Einbruch nicht verkaufen, weil Eimer 1 und 2 Ihr Polster sind.
Wie man die Eimer wieder auffüllt
Einmal jährlich — oder nach der Markterholung nach einem Einbruch — Mittel von Eimer 2 in Eimer 1 und von Eimer 3 in Eimer 2 verschieben. So stellen Sie sicher, dass Sie Aktien verkaufen, wenn sie teuer sind, nicht wenn sie eingebrochen sind. Der Mechanismus ist einfach, aber Disziplin muss ihn aufrechterhalten.
- Gute Marktjahre: Eimer 1 aus Eimer 2 auffüllen, Eimer 2 aus Eimer 3 auffüllen
- Markteinbruch: aus Eimer 1 und Eimer 2 entnehmen, Eimer 3 nicht anfassen
- Eimer 3 so lange wie möglich wachsen lassen — er ist der Motor der ganzen Strategie
Grenzen der Strategie
Die Bucket-Strategie garantiert keine Renditen und löst das Sequence-of-Returns-Risiko nicht vollständig. Dauert ein Einbruch länger als 2–3 Jahre (große Krisen dauerten 5+ Jahre), sind Sie gezwungen, bei reduziertem Wert aus Eimer 2 zu entnehmen. Ergänzen Sie daher die Strategie durch dynamische Entnahmen: Senken Sie Ausgaben während eines Einbruchs, wo möglich.
Häufige Fragen
Was ist die Bucket-Strategie einfach erklärt?
Sie teilen das Portfolio in drei Eimer auf — kurzfristig (Bargeld für 2 Jahre Ausgaben), mittelfristig (Anleihen und konservative ETFs) und langfristig (Aktien). Bei einem Einbruch entnehmen Sie aus dem Bargeld und müssen keine Aktien zu einem schlechten Preis verkaufen.
Wie viel Geld in den kurzfristigen Eimer?
Die Standardempfehlung sind 1–2 Jahre Ausgaben. Mehr in Bargeld zu halten ist psychologisch angenehm, aber finanziell kostspielig — Sie verzichten auf Rendite. Weniger als ein Jahr Ausgaben reicht nicht, um einen durchschnittlichen Einbruch zu überstehen.
Wie schützt die Bucket-Strategie vor dem Sequence-of-Returns-Risiko?
Indem Sie bei einem Einbruch Eimer 1 in Bar haben und keine Aktien aus Eimer 3 verkaufen müssen. Sie verkaufen Aktien erst nach der Erholung, zu einem höheren Preis. Das reduziert die Anzahl der zu einem ungünstigen Preis verkauften Anteile.
Brauche ich genau drei Eimer?
Es ist kein Dogma. Manche Anleger verwenden zwei Eimer (Bargeld + Aktien), andere vier. Das Schlüsselprinzip ist, eine liquide Reserve für den kurzen Horizont zu haben und dem Aktienportfolio Zeit ohne erzwungene Verkäufe zu lassen.