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Value vs. Growth: Value- und Wachstumsaktien erklärt
Das Wichtigste
- Value-Aktien werden unter ihrem fundamentalen Wert gehandelt — niedriges KGV, niedriges KBV, hohe Dividendenrenditen.
- Wachstumsaktien werden mit einem Aufschlag gehandelt, weil schnelles Umsatz- oder Gewinnwachstum erwartet wird.
- Die Value-Prämie hat historisch existiert, aber in den letzten 15 Jahren hat Growth Value deutlich übertroffen — vor allem dank Technologiegiganten.
- Ein Faktor-Tilt auf Value oder Growth macht als Teil einer diversifizierten Strategie Sinn, nicht als Alles-oder-nichts-Wette auf ein Lager.
Value-Aktien sind Unternehmen, die mit einem Abschlag gegenüber ihren Fundamentaldaten gehandelt werden — Value-Investoren suchen nach „Einschein-Scheinen für 60 Cent"; Growth-Investoren dagegen zahlen einen Aufschlag für Unternehmen mit schnellem Umsatz- und Gewinnwachstum.
Wie unterscheidet man Value von Growth?
Indexanbieter (MSCI, S&P) sortieren Aktien anhand einer Kombination von Kennzahlen in Value- oder Growth-Indizes:
- Value: niedriges KGV, niedriges KBV (Kurs-Buchwert-Verhältnis), hohe Dividendenrendite
- Growth: hohes KGV, schnelles Umsatzwachstum (YoY), hohe Reinvestitionen, niedrige oder keine Dividendenrendite
Typische Value-Sektoren: Banken, Energie, Versorger. Typische Growth-Sektoren: Technologie, Healthcare-Biotechnologie, zyklischer Konsum.
Die Value-Prämie: Theorie und Praxis
Das Fama-French-Modell identifizierte Value als Renditefaktor — Aktien mit niedrigem KBV (HML-Faktor) haben historisch teure Aktien übertroffen. Diese Prämie existiert in Hunderten akademischer Studien über Märkte und Jahrzehnte hinweg. Erklärung: Value-Unternehmen befinden sich oft in Not oder in unbeliebten Branchen — das trägt Risiken, für die der Markt mit höheren Renditen kompensiert.
Was bedeutet das für Anleger?
Weder reine Value- noch reine Growth-Anleger haben eine garantierte Outperformance. Eine Kombination über einen breiten Marktindex (MSCI World, S&P 500) schließt automatisch beide ein. Wenn Sie einen Faktor-Tilt wollen, fügen Sie einen Value-ETF als Ergänzung zu Ihrem Kernportfolio hinzu — nicht als Ersatz. Für den Kontext siehe wie man Aktienbewertungen liest und aktives vs. passives Investieren.
Value- vs. Growth-ETFs für europäische Anleger
Beide Kategorien haben UCITS-ETFs mit irischem Domizil — suchen Sie in der ETF-Übersicht nach „MSCI World Value" oder „MSCI World Growth". Die TERs sind in der Regel etwas höher als bei Breitmarkt-ETFs. Vergleichen Sie die Tracking Difference, da Value/Growth-ETFs einen größeren Spread gegenüber ihrem Benchmark aufweisen können.
Häufige Fragen
Ist Value- oder Growth-Strategie besser?
Historisch existiert die Value-Prämie, aber in den letzten 15 Jahren hat Growth deutlich geführt. Keine Strategie ist dauerhaft überlegen — es hängt vom Makroumfeld, den Zinssätzen und der Sektorrotation ab. Eine Kombination über einen breiten Index ist für die meisten Anleger sinnvoller.
Was ist das KBV?
KBV (Kurs-Buchwert-Verhältnis) ist das Verhältnis des Börsenkurses zum Buchwert je Aktie. Ein niedriges KBV signalisiert eine potenziell günstige Aktie (Value). Ein hohes KBV zeigt, dass der Markt einen Aufschlag über den Buchwert zahlt — typisch für Wachstumsunternehmen mit immateriellem Kapital.
Kann ich Value- und Growth-ETFs in einem Portfolio kombinieren?
Ja, und das ist eigentlich das, was Sie bereits mit einem Breitmarkt-ETF tun — MSCI World schließt beide ein. Wenn Sie einen bewussten Tilt wollen, fügen Sie einen Value-ETF als 10–15 % des Portfolios neben dem Breitmarkt hinzu. Eine 100%ige Allokation in einen Faktor wird nicht empfohlen.