Makro, inflace a sazby
Reale vs. nominale Zinssätze: Warum der Unterschied zählt
Das Wichtigste
- Der Nominalzins ist die sichtbare Zahl auf dem Sparkonto oder der Anleihe. Der Realzins zieht die Inflation ab.
- Ein negativer Realzins bedeutet, dass Ihr Geld real an Kaufkraft verliert, auch wenn es nominal „Zinsen bringt".
- Zentralbanken setzen Nominalzinsen, aber die Wirtschaft wird von Realzinsen gesteuert.
- Inflationsgebundene Anleihen (TIPS oder deren europäische Äquivalente) bieten einen garantierten Realzins.
- Für langfristige Aktienanleger sind Realrenditen das entscheidende Erfolgskriterium.
Der nominale Zinssatz ist die Zahl, die Sie bei der Bank sehen. Der reale Zinssatz ist das, was nach Abzug der Inflation übrig bleibt — die tatsächliche Auswirkung auf Ihre Kaufkraft.
Die Fisher-Gleichung
Die Beziehung beschreibt eine einfache Formel: Realzins ≈ Nominalzins − Inflation. Wenn ein Sparkonto eine nominale Rendite bietet und die Inflation höher ist, ist der Realzins negativ — das Geld auf dem Konto verliert realen Wert, obwohl es nominal „wächst".
Negative Realzinsen sind historisch gesehen durchaus verbreitet, insbesondere in Phasen, in denen Zentralbanken die Wirtschaft mit niedrigen Zinsen stimulieren oder die Inflation vorübergehend stark ansteigt.
Warum Zentralbanken das interessiert
Zentralbanken setzen direkt die nominalen (Leit-)Zinssätze. Aber der tatsächliche stimulierende oder restriktive Effekt auf die Wirtschaft wird durch Realzinsen bestimmt — also die Zinsen im Verhältnis zur Inflation. Ein hoher Nominalzins bei hoher Inflation kann in der Praxis immer noch eine lockere Geldpolitik bedeuten.
Inflationsgebundene Anleihen
Es gibt Anleihen, deren Nennwert an die Inflation gebunden ist. In den USA sind das TIPS (Treasury Inflation-Protected Securities), in Europa bieten verschiedene Staaten ähnliche Instrumente an. Sie garantieren einen positiven Realzins — dafür zahlen Anleger in der Regel mit einem niedrigeren nominalen Kupon.
Was das für Anleger bedeutet
- Verfolgen Sie die Realrenditen Ihres Portfolios, nicht nur die nominalen Zahlen.
- In einem Hochinflationsumfeld reicht auch ein Sparkonto mit „gutem" Zinssatz möglicherweise nicht aus.
- Aktien haben historisch reale Renditen über der Inflation geboten — deshalb spielen sie in langfristigen Portfolios eine zentrale Rolle.
- Inflationsgebundene Anleihen sind eine Ergänzung, kein Ersatz für die Aktienkomponente.
Mehr über Inflation als Makrokontext finden Sie im Artikel Inflationserwartungen und wie sie der Markt bewertet. Zur historischen Aktienentwicklung lesen Sie Was ist der S&P 500.
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen realem und nominalem Zinssatz?
Der Nominalzins ist die bei der Bank oder auf der Anleihe sichtbare Zahl. Der Realzins zieht die Inflation ab und zeigt die tatsächliche Zunahme der Kaufkraft. Ein negativer Realzins bedeutet, dass Sie real Geld verlieren.
Was sind TIPS?
TIPS sind amerikanische Staatsanleihen, die gegen Inflation geschützt sind — ihr Nennwert wächst mit dem Verbraucherpreisindex. Sie garantieren einen positiven Realzins. Europäische Äquivalente gibt es von verschiedenen Staatsemittenten.
Warum schaden negative Realzinsen Sparern?
Ein Sparer mit Geld auf dem Konto verdient nominal Zinsen, verliert aber real an Kaufkraft — für dasselbe Geld kauft er nächstes Jahr weniger Waren. Dies ist ein starkes Argument dafür, einen Teil der Ersparnisse in Anlagen mit realer Rendite zu investieren.