Portfolio a alokace
Das 60/40-Portfolio: Funktioniert es noch im Inflationszeitalter?
Das Wichtigste
- Das 60/40-Portfolio basierte auf der negativen Korrelation zwischen Aktien und Anleihen – in der Krise fallen Aktien, Anleihen steigen.
- 2022 fielen beide Klassen durch Inflation und schnellen Zinsanstieg gleichzeitig.
- 60/40 ergibt als Grundlage für einen mittelmäßig risikofreudigen Anleger mit 10+-Jahres-Horizont noch Sinn.
- Alternativen (Hinzufügen von Rohstoffen, REITs, TIPS) können im inflationären Umfeld besser schützen.
Das 60/40-Portfolio – 60% in globale Aktien und 40% in Anleihen – galt jahrzehntelang als idealer Kompromiss zwischen Rendite und Stabilität. Das Jahr 2022 hat diese Annahme brutal getestet.
Warum 60/40 vierzig Jahre lang funktionierte
Von 1980 bis 2021 sanken die Zinsen. Das war hervorragend für Anleihen (deren Preis bei fallenden Zinsen steigt) und unterstützte gleichzeitig Aktien durch günstigere Finanzierung. Die Korrelation zwischen Aktien und Anleihen war negativ: Wenn Aktien fielen (Krisen 2000, 2008), stiegen Anleihen und stabilisierten das Portfolio. 60/40 wirkte wie ein Polster.
2022: Korrelationskollaps
Die US-Inflation erreichte 9%; die Fed erhöhte die Zinsen aggressiv. Ergebnis: Anleihen verloren 15–20%, Aktien ~20%. Das klassische 60/40-Portfolio verlor ~17% – sein schlechtestes Jahr seit 1937. Die negative Korrelation hielt nicht mehr. Der Inflationsschock traf beide Klassen gleichzeitig.
Funktioniert 60/40 noch heute?
Für einen mittelmäßig risikofreudigen Anleger mit 10+-Jahres-Horizont ja – mit Vorbehalten. Anleihen bieten nach 2022 wieder reale Rendite (5% in den USA), und Korrelationen haben sich normalisiert. Wenn Ihre Hauptsorge aber Inflation ist, erwägen Sie die Ergänzung durch:
- TIPS (inflationsgeschützte Anleihen) statt eines Teils der nominalen Anleihenallokation
- Rohstoffe oder Rohstoff-ETFs – historisch starker Inflationsschutz
- REITs – Immobilien als dritte Anlageklasse
Alternative für junge Anleger
Wenn Sie einen 20+-Jahres-Horizont haben, ist 60/40 unnötig konservativ. Erhöhen Sie den Aktienanteil auf 80–90%. Fügen Sie Anleihen hinzu, wenn Sie sich dem Ruhestand nähern. Siehe die 100-minus-Alter-Regel und ausführlicher Asset-Allokation.
Häufige Fragen
Was ist das 60/40-Portfolio?
Eine klassische Allokation: 60% globale Aktien, 40% Anleihen. Das Ziel ist es, das Potenzial des Aktienwachstums mit der Stabilität von Anleihen in Einklang zu bringen. Es war jahrzehntelang der Goldstandard für moderate Anleger.
Warum versagte 60/40 im Jahr 2022?
Inflation und schnelle Zinserhöhungen trafen beide Anlageklassen gleichzeitig. Aktien verloren ~20%, Anleihen ~15–20%. Die negative Korrelation, auf der die Strategie basierte, hielt im Inflationsschock nicht stand.
Ist 60/40 noch geeignet?
Für einen mittelmäßig risikofreudigen Anleger mit 10+-Jahres-Horizont ja. Anleihen tragen wieder reale Rendite und Korrelationen haben sich normalisiert. Für einen jungen Anleger mit langem Horizont ist 60/40 unnötig konservativ.
Wie kann 60/40 für Inflation verbessert werden?
Ersetzen Sie einen Teil der nominalen Anleihen durch TIPS (inflationsgeschützte Anleihen), fügen Sie Rohstoffe oder REITs als dritte Anlageklasse hinzu. Diese Diversifikation hilft bei Inflationsschocks, die die klassische Schwäche von 60/40 sind.