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Begriff des Monats Januar 2028: Forward-KGV (erwartetes KGV)

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Das Wichtigste

Das Forward-KGV, oder erwartete KGV, ist eine der am weitesten verbreiteten Bewertungskennzahlen der Welt — und eine der am leichtesten falsch interpretierten. Es zeigt Ihnen, wie viel Sie heute für jede Einheit Gewinn zahlen, den ein Unternehmen erst noch erwirtschaften soll — typischerweise in den nächsten 12 Monaten.

Was Forward-KGV genau bedeutet

Die Abkürzung KGV steht für Kurs-Gewinn-Verhältnis. Das Forward-KGV berechnet das Verhältnis wie folgt:

Beispiel: Eine Aktie notiert bei 100 CZK, Analysten schätzen einen Gewinn von 5 CZK je Aktie — das Forward-KGV beträgt 20. Das bedeutet, der Anleger zahlt das 20-fache des geschätzten Jahresgewinns. Dieser Ansatz unterscheidet sich vom Trailing-KGV, das die tatsächlichen Gewinne der vergangenen 12 Monate verwendet.

Warum Schätzungen entscheidend sind

Die entscheidende Schwäche des Forward-KGV liegt darin, dass der Nenner eine Schätzung ist — und Schätzungen können falsch liegen. Analysten überschätzen systematisch künftige Gewinne, insbesondere in euphorischen Marktphasen. Wenn ein Unternehmen einen niedrigeren Gewinn als erwartet ausweist, erscheint das Forward-KGV im Nachhinein als zu niedrig angegeben, war aber zum Zeitpunkt der Bewertung irreführend. Daher ist es sinnvoll, nicht nur den Forward-KGV-Wert zu verfolgen, sondern auch die Richtung der Schätzungsrevisionen — ob Analysten ihre Gewinnschätzungen nach oben oder unten korrigieren.

Praktisches Beispiel: Der S&P 500 wird historisch mit einem Forward-KGV von etwa 15–18 gehandelt. Ein Wert über 22–24 deutet auf eine relativ hohe Bewertung im Vergleich zum historischen Durchschnitt hin. Aber ein „teurer" Markt kann jahrelang teuer bleiben — Bewertungen sind kein zuverlässiges Timing-Instrument.

Forward-KGV vs. Trailing-KGV — wann was verwenden

Das Trailing-KGV ist präziser, da es tatsächliche Zahlen verwendet. Das Forward-KGV ist relevanter für die Beurteilung, was der Markt „in die Zukunft einpreist" — welche Erwartungen im aktuellen Kurs verankert sind. Bei zyklischen Unternehmen (z.B. Autohersteller oder Bergbauunternehmen) kann das Trailing-KGV in einer Rezession extrem hoch sein, selbst wenn das Unternehmen bewertungstechnisch attraktiv ist — das Forward-KGV spiegelt in solchen Fällen die normalisierte Ertragskraft besser wider.

Wie man das Forward-KGV richtig liest

Wo man das Forward-KGV findet

Für Indizes wie S&P 500 oder MSCI World veröffentlichen Bloomberg, FactSet oder LSEG Konsens-Forward-KGVs. Kostenlose Quellen sind Websites von ETF-Anbietern oder Finanzmedien. Für Bewertungsvergleiche und Marktübersichten besuchen Sie Hřivna-Projektionen oder lesen Sie über Was der S&P 500 ist und seine Bewertungen. Das Verständnis von Bewertungen hilft auch beim Lesen von Unternehmensanalysen.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Forward-KGV und Shillers CAPE?

Shillers CAPE (zyklisch adjustiertes KGV) mittelt die Gewinne über 10 Jahre und adjustiert sie um die Inflation — wodurch zyklische Verzerrungen reduziert werden. Das Forward-KGV schaut nur 12 Monate voraus. CAPE ist besser für langfristige Bewertungsvergleiche; Forward-KGV reflektiert kurzfristige Marktstimmungen.

Kann das Forward-KGV negativ sein?

Ja — wenn Analysten für die nächsten 12 Monate einen Verlust (negativen EPS) prognostizieren. Ein negatives KGV ist als Vergleichskennzahl praktisch unbrauchbar und wird normalerweise als N/A oder ohne Wert angezeigt.

Wie unterscheidet sich das Forward-KGV zwischen verschiedenen Märkten?

Märkte wie die USA tragen typischerweise ein höheres Forward-KGV als Schwellenmärkte oder Europa — das spiegelt höhere Eigenkapitalrendite, einen größeren Technologieanteil und geringeres politisches Risiko wider. Das Forward-KGV über verschiedene Märkte hinweg ohne Kontext zu vergleichen ist irreführend.

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