Investiční slovník
Begriff des Monats Januar 2028: Forward-KGV (erwartetes KGV)
Das Wichtigste
- Das Forward-KGV (erwartetes KGV) vergleicht den aktuellen Aktienkurs mit dem geschätzten Gewinn je Aktie für die nächsten 12 Monate.
- Im Gegensatz zum Trailing-KGV (historisches KGV) arbeitet das Forward-KGV mit Prognosen — und Prognosen können falsch liegen.
- Ein niedriges Forward-KGV bedeutet nicht zwingend eine günstige Aktie — es kann auf übermäßig optimistische Gewinnschätzungen hinweisen.
- Das Forward-KGV ist eine relative Kennzahl — sie hat nur im Vergleich mit dem historischen Durchschnitt eines Marktes oder Sektors Aussagekraft.
- Analystengewinnschätzungen sind in Datenbanken wie Bloomberg oder FactSet verfügbar — für Privatanleger sind Konsensschätzungen die Datenquelle.
Das Forward-KGV, oder erwartete KGV, ist eine der am weitesten verbreiteten Bewertungskennzahlen der Welt — und eine der am leichtesten falsch interpretierten. Es zeigt Ihnen, wie viel Sie heute für jede Einheit Gewinn zahlen, den ein Unternehmen erst noch erwirtschaften soll — typischerweise in den nächsten 12 Monaten.
Was Forward-KGV genau bedeutet
Die Abkürzung KGV steht für Kurs-Gewinn-Verhältnis. Das Forward-KGV berechnet das Verhältnis wie folgt:
- Zähler (K): der aktuelle Marktpreis der Aktie — eine in Echtzeit überprüfbare Tatsache.
- Nenner (G): der geschätzte Gewinn je Aktie (EPS) für die nächsten 12 Monate — eine Analystenprognose, keine historische Tatsache.
Beispiel: Eine Aktie notiert bei 100 CZK, Analysten schätzen einen Gewinn von 5 CZK je Aktie — das Forward-KGV beträgt 20. Das bedeutet, der Anleger zahlt das 20-fache des geschätzten Jahresgewinns. Dieser Ansatz unterscheidet sich vom Trailing-KGV, das die tatsächlichen Gewinne der vergangenen 12 Monate verwendet.
Warum Schätzungen entscheidend sind
Die entscheidende Schwäche des Forward-KGV liegt darin, dass der Nenner eine Schätzung ist — und Schätzungen können falsch liegen. Analysten überschätzen systematisch künftige Gewinne, insbesondere in euphorischen Marktphasen. Wenn ein Unternehmen einen niedrigeren Gewinn als erwartet ausweist, erscheint das Forward-KGV im Nachhinein als zu niedrig angegeben, war aber zum Zeitpunkt der Bewertung irreführend. Daher ist es sinnvoll, nicht nur den Forward-KGV-Wert zu verfolgen, sondern auch die Richtung der Schätzungsrevisionen — ob Analysten ihre Gewinnschätzungen nach oben oder unten korrigieren.
Forward-KGV vs. Trailing-KGV — wann was verwenden
Das Trailing-KGV ist präziser, da es tatsächliche Zahlen verwendet. Das Forward-KGV ist relevanter für die Beurteilung, was der Markt „in die Zukunft einpreist" — welche Erwartungen im aktuellen Kurs verankert sind. Bei zyklischen Unternehmen (z.B. Autohersteller oder Bergbauunternehmen) kann das Trailing-KGV in einer Rezession extrem hoch sein, selbst wenn das Unternehmen bewertungstechnisch attraktiv ist — das Forward-KGV spiegelt in solchen Fällen die normalisierte Ertragskraft besser wider.
Wie man das Forward-KGV richtig liest
- Immer vergleichen: Ein Forward-KGV von 18 ist für Versorger teuer, für Technologie günstig — der Sektorkontext ist entscheidend.
- Mit der Geschichte vergleichen: Liegt die aktuelle Bewertung über oder unter dem historischen Durchschnitt des jeweiligen Marktes oder Index?
- Schätzungsrevisionen beobachten: Steigen oder fallen die Analystengewinnprognosen? Fallende Schätzungen beim gleichen Kurs bedeuten, dass das Forward-KGV steigt, auch wenn sich der Kurs nicht verändert hat.
- Nicht als Timing-Instrument verwenden: Ein teurer Markt kann jahrelang teuer bleiben. Bewertungen sagen „was Sie zahlen", nicht „wann der Kurs fällt".
Wo man das Forward-KGV findet
Für Indizes wie S&P 500 oder MSCI World veröffentlichen Bloomberg, FactSet oder LSEG Konsens-Forward-KGVs. Kostenlose Quellen sind Websites von ETF-Anbietern oder Finanzmedien. Für Bewertungsvergleiche und Marktübersichten besuchen Sie Hřivna-Projektionen oder lesen Sie über Was der S&P 500 ist und seine Bewertungen. Das Verständnis von Bewertungen hilft auch beim Lesen von Unternehmensanalysen.
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Forward-KGV und Shillers CAPE?
Shillers CAPE (zyklisch adjustiertes KGV) mittelt die Gewinne über 10 Jahre und adjustiert sie um die Inflation — wodurch zyklische Verzerrungen reduziert werden. Das Forward-KGV schaut nur 12 Monate voraus. CAPE ist besser für langfristige Bewertungsvergleiche; Forward-KGV reflektiert kurzfristige Marktstimmungen.
Kann das Forward-KGV negativ sein?
Ja — wenn Analysten für die nächsten 12 Monate einen Verlust (negativen EPS) prognostizieren. Ein negatives KGV ist als Vergleichskennzahl praktisch unbrauchbar und wird normalerweise als N/A oder ohne Wert angezeigt.
Wie unterscheidet sich das Forward-KGV zwischen verschiedenen Märkten?
Märkte wie die USA tragen typischerweise ein höheres Forward-KGV als Schwellenmärkte oder Europa — das spiegelt höhere Eigenkapitalrendite, einen größeren Technologieanteil und geringeres politisches Risiko wider. Das Forward-KGV über verschiedene Märkte hinweg ohne Kontext zu vergleichen ist irreführend.