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Unrealistische Renditeerwartungen: Der teuerste Anlegerfehler

6 Min. LesezeitCompound

Das Wichtigste

Unrealistische Renditeerwartungen — der Glaube, dass Aktien „normalerweise" 20–30 % pro Jahr einbringen sollten — sind einer der am weitesten verbreiteten und zugleich teuersten Anlegerfehler. Der Anlegerfehler des Monats lautet: Realistische Zahlen können Ihnen mehr einbringen als verlockende.

Woher kommen unrealistische Zahlen?

Drei Dinge wirken zusammen, um übertriebene Erwartungen zu erzeugen:

Was die Daten sagen

Die historische durchschnittliche reale Rendite globaler Aktien (nach Abzug der Inflation) beträgt im langen Horizont etwa 5–7 % pro Jahr. Nominal sind das für US-Aktien der letzten hundert Jahre etwa 8–10 % jährlich, aber einzelne Jahrzehnte unterscheiden sich erheblich. Jahre mit mehr als 20 % Rendite gibt es — aber sie wechseln sich mit Jahren von minus 30 % ab. Der langfristige Durchschnitt ist schlicht ein Durchschnitt, keine Untergrenze.

Starke Rendite gibt es nicht ohne Risiko: Jede Strategie, die stabile 20 %+ pro Jahr verspricht, trägt entweder ein entsprechendes Risiko oder ist eine Illusion. Eines von beidem ist immer wahr.

Wie unrealistische Erwartungen schaden

Ein Anleger, der in einem „normalen" Jahr 25 % erwartet und 10 % erhält, wertet das als Versagen. Er wechselt zur nächsten Strategie, sucht ein Wunderprodukt, geht übermäßige Risiken ein. Das Ergebnis: Er zahlt unnötige Gebühren, handelt übermäßig und bleibt am Ende hinter dem schlichten S&P 500-Index oder einem globalen ETF zurück.

Wie man realistische Erwartungen setzt

Realistische Erwartungen sind langweilig — und genau deshalb funktionieren sie. Ein Anleger, der 7 % erwartet und 10 % bekommt, bleibt bei der Strategie. Ein Anleger, der 25 % erwartet und 10 % bekommt, geht und sucht weiter.

Häufige Fragen

Wie viel Prozent verdienen Aktien durchschnittlich pro Jahr?

Historisch betrachtet etwa 8–10 % nominal für globale Aktien im langen Horizont. Real (nach Inflation) sind es 5–7 %. Einzelne Jahre variieren erheblich — Jahre mit +30 % und Jahre mit –30 % sind Teil eines normalen Zyklus.

Warum ist das Erwarten von 20–30 % pro Jahr gefährlich?

Es erzeugt ein Gefühl des Scheiterns in normalen Jahren, verursacht Strategiewechsel, treibt übermäßige Risikobereitschaft und führt zur Suche nach Produkten mit garantiert hoher Rendite. Das Ergebnis sind höhere Kosten und schlechtere tatsächliche Renditen.

Wo finde ich realistische Erwartungen für mein Portfolio?

Historische Daten für verschiedene Anlageklassen sind öffentlich verfügbar. Das Portfolio-Projektionswerkzeug ermöglicht es Ihnen, konservative und optimistische Szenarien einzustellen und das Ergebnis in konkreten Zahlen zu sehen.

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