CCompound

Portfolio a alokace

Faktoren-Tilt im Portfolio (Value, Momentum, Quality)

7 Min. LesezeitCompound

Das Wichtigste

Faktorinvestieren neigt das Portfolio hin zu Aktien mit spezifischen Eigenschaften — Wert, Dynamik, Qualität oder geringe Marktkapitalisierung — mit dem Ziel, den Marktdurchschnitt systematisch zu übertreffen.

Was Investmentfaktoren sind

Ein Faktor ist eine messbare Aktieneigenschaft, die historisch überdurchschnittliche Renditen vorhergesagt hat. Die akademische Forschung hat Dutzende von Faktoren identifiziert, aber nur ein Teil hat Robustheitstests außerhalb des ursprünglichen Datensatzes bestanden. Die drei am häufigsten diskutierten:

Wie man das praktisch umsetzt

UCITS ETFs mit Faktoren-Tilt gibt es von renommierten Anbietern. Ihre TER ist tendenziell höher als bei einem reinen Marktindex (typischerweise 0,2–0,4 % vs. 0,07–0,2 % für einen Index), aber niedriger als ein aktiver Fonds.

Faktoren können kombiniert werden — sogenannte Multi-Faktor-ETFs mischen Value, Momentum und Quality zusammen und reduzieren das Risiko der Underperformance eines einzelnen Faktors.

Risiken des Faktorinvestierens

Die Faktorprämie ist nicht kostenlos. Value hat in den Jahren 2010–2020 deutlich hinter Wachstumsaktien zurückgelegen. Momentum kann durch Mean Reversion abrupt gestoppt werden. Quality hält sich in Rezessionen besser, hinkt aber bei einem scharfen Stimmungsumschwung hinterher.

Warnung: Wenn Sie nach drei Jahren Underperformance von Faktor zu Faktor wechseln, kaufen Sie immer zu spät ein. Faktorprämien ernten Sie nur mit Disziplin und langem Horizont.

Wer Faktoren in Betracht ziehen sollte

Ein Faktoren-Tilt macht Sinn für Anleger, die verstehen, was sie kaufen, einen Horizont von 10+ Jahren haben und Jahre der Underperformance aushalten können. Für Einsteiger oder solche, die nicht fragen möchten „warum hinkt das hinterher", ist ein reiner Marktindex wie der S&P 500 oder All-World eine geeignetere Grundlage.

Häufige Fragen

Was ist Faktorinvestieren einfach erklärt?

Sie kaufen Aktien nicht zufällig oder aktiv, sondern nach einer messbaren Eigenschaft — zum Beispiel „günstig" (Value), „steigend" (Momentum) oder „qualitativ hochwertig" (Quality). ETFs führen diese Selektion automatisch und günstig durch.

Sind Faktoren-ETFs besser als ein Index?

Historisch haben sie auf lange Sicht überdurchschnittliche Renditen erzielt, aber nicht immer. In bestimmten Jahrzehnten haben sie deutlich hinterhergehinkt. Sie eignen sich für disziplinierte Anleger mit langem Horizont, nicht als Abkürzung zu schnelleren Renditen.

Wie unterscheidet sich der Quality-Faktor vom Value-Faktor?

Quality sucht Unternehmen mit hoher Rentabilität und geringer Verschuldung unabhängig vom Preis. Value sucht günstige Unternehmen unabhängig von ihrer Qualität. Unternehmen können genau deshalb günstig sein, weil sie mittelmäßig sind — daher macht die Kombination von Quality und Value Sinn.

In der App mit Werkzeugen öffnen →