CCompound

ETF v praxi

Wie man ein Portfolio aus 2–4 ETFs zusammenstellt: ein praktischer Leitfaden

7 Min. LesezeitCompound

Das Wichtigste

Schritt 1: Den Kern wählen

Der Kern ist das Fundament — er sollte mindestens 60% des Portfolios ausmachen. Die Kriterien sind einfach: niedriger TER, hohe Liquidität, physische Replikation, irisches Domizil. Die drei häufigsten Wahlen:

Für Einsteiger ist IWDA oder ein All-World-ETF der beste Start. Mehr im Artikel was ist ein ETF.

Schritt 2: Über Schwellenmärkte entscheiden

Wenn Sie IWDA wählen, fehlen Ihnen Schwellenmärkte (China, Indien, Brasilien). Sie haben drei Möglichkeiten: sie ignorieren, EIMI mit 10–15% hinzufügen oder zu einem All-World-Fonds wechseln. Ein typisches IWDA + EIMI Portfolio sieht so aus: 85% IWDA + 15% EIMI.

Einfachheitsregel: Bevor Sie einen dritten ETF hinzufügen, fragen Sie sich: „Gibt mir diese Position eine Exposure, die ich woanders nicht habe?" Wenn die Antwort kein klares „Ja" ist, fügen Sie den ETF nicht hinzu.

Schritt 3: Satelliten — nur wenn Sie wissen warum

Satellitenpositionen (Themen-ETFs, Dividendenfonds, regionale Exposure) können einen Platz im Portfolio haben — aber nur wenn:

Beispiele für Satelliten: SMH (Halbleiter), VHYL (Dividenden), EQQQ (tech-lastig).

Schritt 4: Gewichtungen festlegen und rebalancieren

Gewichtungen müssen auf Ihrer Risikobereitschaft und Ihrem Horizont basieren — nicht auf vergangenen Renditen. Schreiben Sie sie auf Papier oder in eine Tabelle. Einmal jährlich prüfen, ob das Portfolio vom Plan abgedriftet ist, und wenn ja, rebalancieren — idealerweise durch Käufe in der untergewichteten Position, nicht durch Verkäufe.

Musterkombinationen

Zwei ETFs: 85% IWDA + 15% EIMI. Drei ETFs: 70% IWDA + 15% EIMI + 15% VHYL (Dividendenkomponente). Vier ETFs: 65% IWDA + 15% EIMI + 10% VHYL + 10% SMH (thematischer Satellit). Eine Übersicht der ETFs und ihrer Parameter finden Sie auf der ETF-Seite.

Häufige Fragen

Wie viele ETFs sind die ideale Anzahl für ein Portfolio?

Für die meisten Anleger sind 1–3 ETFs völlig ausreichend. Vier ETFs sind die obere vernünftige Grenze für einen Privatanleger. Mehr ETFs bringen mehr Komplexität beim Rebalancing und ein höheres Risiko von Überschneidungen — ohne entsprechende Verbesserung der Rendite.

Muss ich Schwellenmärkte haben?

Nein, das ist keine Pflicht. IWDA allein ist ein solider globaler Kern. Schwellenmärkte fügen geografische Diversifikation und Exposure auf schnell wachsende Volkswirtschaften hinzu, aber zum Preis höherer Risiken. Es ist eine persönliche Entscheidung.

Wie setze ich die Gewichtungen zwischen Kern und Satellit?

Eine einfache Regel: Ein Satellit sollte kein höheres Gewicht haben, als Sie psychisch bei einem 50%-Rückgang dieser Position aushalten können. Wenn der Gedanke an einen solchen Rückgang Sie stresst, reduzieren Sie das Gewicht oder nehmen Sie den Satelliten überhaupt nicht auf.

Was ist Rebalancing und wie oft sollte ich es durchführen?

Rebalancing ist die Rückkehr des Portfolios zu den geplanten Gewichtungen. Einmal jährlich reicht für einen langfristigen Anleger. Der einfachste Weg: neue Investitionen in untergewichtete Fonds lenken, Verkäufe vermeiden (steuerliche Auswirkungen).

In der App mit Werkzeugen öffnen →